Urlaub vom Auto

In über 30 Städten und Gemeinden in Belgien, vor allem in Flandern, wird am heutigen Sonntag das Auto in der Garage geslassen. Für einen Tag sind die Radfahrer und Fußgänger Könige. Nur Notärzte, Taxis und natürlich die öffentlichen Verkehrsmittel sowie Fahrer mit einer Sondergenehmigung dürfen auf die Straße.

In Flandern machen 28 Städte und Gemeinden beim autofreien Sonntag mit.

"Begijnendijk, De Haan, Sint-Martens-Latem, Roosdaal und Herne veranstalten dieses Jahr zum ersten Mal einen autofreien Sonntag" am 18. September, so der Initiator Mobiel 21.

Die Region Brüssel ist bereits zum zehnten Mal mit dabei, wenn es heißt "Autos zu Hause lassen". Auch einige wallonische Gemeinden veranstalten einen Sonntag ohne Auto.

Kortenberg und Essen halten eine Woche später ihren autofreien Tag ab. Löwen und Tielt haben so eine Aktion in diesem Jahr schon durchgeführt.

"Lokale Projekte in Brüssel unterstützen "

Es könne jedoch nicht die Rede davon sein, dass Brüssel mehr als einen autofreien Sonntag pro Jahr organisiert. Das hat der Brüsseler Staatssekretär für Verkehr Bruno De Lille (Groen!) am Samstag in der französischsprachigen Zeitung La Capitale gesagt.

An den autorfreien Tag in der Region Brüssel sei ein Preisschildchen von 1 Million Euro geknüpft, so De Lille. Er will jedoch mehr lokale Initiativen unterstützen.

Neben den Kosten verursache der autofreie Tag auch logistische und organisatorische Probleme, unterstreicht De Lille in der Zeitung. Dabei habe er noch nicht einmal die negativen wirtschaftlichen Folgen mit eingerechnet.

Ein Beispiel für ein lokales Projekt, das er unterstützen will, ist Cyclovia. Hierbei werden Fahrradstrecken in der Stadt abgesteckt. Autos werden von diesen Strecken fern gehalten, aber nicht aus der ganzen Stadt. Auch die zeitlich befristete Absperrung bestimmter Viertel, in denen der Autoverkehr dann verboten ist, ist etwas, was De Lille in Betracht zieht.

Bike Experience ist wiederum eine Initiative, die Unternehmen von einem autofreien Verkehr überzeugen soll. Eine Woche lang können Arbeitnehmer anders als mit dem Auto zur Arbeit kommen: Mit dem Rad, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß. De Lille zufolge würden 90 Prozent der Menschen, die nicht mit dem Auto zur Arbeit kommen, auch nach dem Projekt die Gewohnheit haben, mindestens einmal pro Woche das Auto zu Hause zu lassen.