Louis Michel gießt neues Öl aufs Feuer

Der führende frankophone Liberale und ehemalige Bundesminister Louis Michel (MR) hält das Abkommen zur Spaltung des Wahlbezirks Brüssel-Halle-Vilvoorde nur für einen ersten Schritt zu einer Erweiterung der Region Brüssel-Hauptstadt.

Im VRT-Frühstücksradio und im Frühprogram der RTBF gab Louis Michel (Foto oben), der Vater des heutigen MR-Vorsitzenden Charles Michel an, es sei nur eine Frage der Zeit, bis die sechs flämischen Gemeinden mit Spracherleichterungen für die mehrheitlich frankophonen Einwohner an die Hauptstadt-Region angegliedert würden.

Damit gießt der Ex-Minister Öl aufs Feuer der derzeit stattfindenden Verhandlungen zur Bildung einer neuen belgischen Bundesregierung und zur nächsten Stufe der Staatsreform mit weitgehender Autonomie für Länder und Regionen. Eigentlich war das Thema Ausweitung von Brüssel nach dem BHV-Abkommen der vergangenen Woche erst einmal vom Tisch.

Louis Michel macht es seinem Sohn Charles (kleines Foto), der für die liberale frankophone Reformbewegung MR am Verhandlungstisch sitzt, mit dieser Bemerkung nicht gerad einfacher, zumal sich gerade in diesem Kartell ein unüberwindbarer Streit zwischen den Liberalen und ihrem radikal-frankophonen Partner FDF abspielt. Die FDF ist gegen das ausgehandelte BHV-Abkommen und wird das Kartell auf absehbare Zeit wohl verlassen.