Wo verbleiben die vertrieben Flüchtlinge?

Am Montag wurden rund 70 obdachlose Flüchtlinge und Asylsucher von der Gemeinde Schaarbeek und der Polizei dazu aufgefordert, den Brüsseler Nordbahnhof, wo sie ihr Lager aufgeschlagen hatten, zu verlassen. Unter den Vertriebenen waren auch junge Familien mit kleinen Kindern.

Zuerst versuchten einige von ihnen ihr Lager im Gaucheretpark in Schaarbeek aufzuschlagen. Dieser Park befindet sich in der Nähe des Brüsseler Ausländeramtes. Doch dort durften sie auch nicht bleiben, denn hier ist "kampieren unter freiem Himmel“ untersagt.

Dieser Park befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Brüssel, also nicht mehr in Schaarbeek. Yvan Mayeur (PS - Foto), der Vorsitzende des Öffentlichen Sozialhilfezentrums der Hauptstadt, zeigte sich erbost darüber, dass Schaarbeek sein Flüchtlingsproblem einfach abschiebt und dass er von der Vertreibung der Asylsucher aus dem Bahnhof Brüssel-Nord aus den Medien erfahren musste.

Nach längeren Querelen durften einige der Asylsucher dann doch im Gauchererpark schlafen. 20 bis 30 weitere übernachteten im Viertelhaus Noorderzon in Brüssel, wo ihnen kurzfristig ein Dach über dem Kopf geboten wurde.

Die etwa 70köpfige Gruppe besteht zumeist aus Roma-Zigeunern, die aus Tschechien und der Slowakei stammen. Dort wurden sie nach eigenen Aussagen Opfer von Rassismus, selbst bei der Polizei. Da diese beiden Länder aber Mitgliedsstaaten der Europäischen Union sind, haben diese Flüchtlinge keine Chance auf Anerkennung als Asylsucher in einem anderen EU-Staat.