Scharfes Urteil zu Facebook-Mobbing

Das Strafgericht von Gent hat eine 38jährige Frau zu einer Bewährungsstrafe und zur Zahlung einer Geldbuße verurteilt, nach dem diese über ein gefälschtes Facebook-Profil Lügen über ihren Chef verbreitet hatte. Dies ist das erste Urteil in Belgien wegen Mobbing im Netz.

Die 38jährige Frau hatte über ihr falsches Facebook-Profil behauptet, ihr damaliger Chef begehe Ehebruch. Die Sache flog auf und der so Geschädigte erstattete Anzeige gegen seine ehemalige Mitarbeiterin. Zuvor hatte er erreichen können, dass Facebook ein erstes Profil der Frau stilllegte. Doch daraufhin erstellte sie ein weiteres gefaktes Profil und verbreitete weiter Lügen über den Mann.

Das Strafgericht von Gent gab dem Geschädigten Recht und verurteilte die Frau zu sieben Monaten Haft auf Bewährung und zur Zahlung eines Bußgeldes über 550 €. Zuvor hatte die Frau ihrem Ex-Chef auch schon einen Schadensersatz wegen Rufmord über 5.000 € zahlen müssen. Als Begründung für ihr Vorgehen gab die Frau an, sie sei während ihrer Schwangerschaft von ihrem Vorgesetzen massiv schikaniert worden. Die ihr zur Last gelegten Fakten fanden im zweiten Halbjahr 2012 statt.

Dies ist das erste Urteil eines belgischen Gerichts nach Cyber-Mobbing. Dieses Urteil scheint richtungsweisend zu sein, denn der zuständige Richter in Gent wollte ein Exempel statuieren, das als Warnung gelten soll. Da bisher kein spezifisches Gesetz gegen Cyber-Mobbing vorliegt, wurden der Verurteilten und ihrem freigesprochenen Ehemann gleich mehrere andere Zuwiderhandlungen vorgeworfen, unter anderem Fälschung von Informatikdaten, Mobbing und das Angeben einer falschen Identität.