Belgien: 40.000 radioaktive Transporte/Jahr

Jährlich werden in Belgien 40.000 Transporte mit radioaktiven Stoffen durchgeführt. Sie sind vor allem für medizinische Zwecke und weniger für Atommüll oder zur industriellen Nutzung bestimmt. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Nuklearkontrolle (FANC) hervor.

Belgien ist ein wichtiges Transitland für den Transport von  radioaktiven Stoffen. Während in Europa jährlich ungefähr 2,5 Millionen Frachtstücke (Verpackungen mit Inhalt) befördert werden, sind das für Belgien allein schon 400.000.

Von den 400.000 Frachtstücken sind 350.000 für medizinische Zwecke bestimmt: Es handelt sich dabei um 35.000 Transporte zwischen belgischen und ausländischen Produktionsstätten, das heißt vor allem von und nach belgischen Krankenhauszentren und Universitäten und via die Flughäfen von Zaventem und Lüttich.

Weiterhin betreffen 30.000 Frachtstücke in 3.000 Transporten industrielle, agronomische und Forschungsapplikationen wie radioaktive Stoffe zur Verwendung in der industriellen Röntgenographie und Messinstrumente für die Datierung von Gegenständen.

Für den Nuklearsektor werden wiederum rund 20.000 Frachtstücke transportiert. Das macht ca. 2.000 Transporte.

Die Transporte erfolgen hauptsächlich auf der Straße. Insbesondere kurzlebige Radioisotopen, die in Belgien und den Nachbarländern hergestellt werden, werden über belgische Flughäfen in die ganze Welt transportiert. Für industrielle Anwendungen werden Straßen, Schienen und Wasserwege genutzt, weil es sich zumeist um schweres, umfangreiches Frachtgut handelt.

Die Frachtgüter werden auf unfallrestistenz geprüft und sie dürfen die Strahlenwerte von 0,1 Millisievert bei einem Abstand von 2 Metern und einer Dauer von einer Stunde nicht übersteigen. "Das ist mit der Dosis eines transatlantischen Fluges zu vergleichen", sagt die FANC.

Die FANC betont, dass bei Atommüll-Transporten - die wegen der Proteste regelmäßig die Schlagzeilen der Medien streifen - der Strahlenschutz der Bevölkerung und der Protestierenden zu keinem Zeitpunkt gefährdet sei. FANC organisiert jedes Jahr Fortbildungen für Fahrer und Sicherheitsberater der betroffenen Unternehmen und Transportbetriebe.

Wichtigster Sicherheitsfaktor sind die Frachtstücke selbst. Diese werden einer Reihe Tests unterzogen, die durch die FANC genau befolgt werden. Auch werden jedes Mal eine Reihe vertraulicher Maßnahmen durchgeführt, um die Transporte gegen Diebstahl und Sabotage zu schützen. Für einige Transporte ist Polizeischutz vorgesehen.