SP.A-Spitzenpolitiker verläßt Politik

Der Spitzenpolitiker der flämischen Sozialisten (S.P.A) Frank Vandenbroucke verläßt die Politik. Er will sich auf einige wissenschaftliche Projekte konzentrieren.

Sein schwieriges Verhältnis zur Partei habe nichts mit seinem Entschluss zu tun, sagt Vandenbroucke.

"Du musst nach vorne schauen und ich finde, wenn in einem bestimmten Moment im Leben in einer Partei, in einer Vereinigung, in einer Organisation eine Wunde verursacht wurde und man ist daran beteiligt, ist das beste, was man machen kann, die Wunde heilen zu lassen. Ich habe das die letzten zwei Jahre versucht und ich denke, dass das auch ein Stück weit gelungen ist. Ich will also keine Wunden, die gewesen sind, wieder aufreißen."

Die Wunde, von der er spricht, wurde ihm 2009 "zugefügt" als die ehemalige Parteipräsidentin Caroline Gennez nicht wollte, dass er wieder Minister wird. Das hatte ihn hart getroffen. Das war damals ein richtiger Schock, denn Freund und Feind fanden, dass er ein besonders starker Unterrichtsminister war und davor in der föderalen Regierung ein starker Minister für soziale Angelegenheiten war.

Lange politische Karriere von Vandenbroucke

Frank Vandenbroucke hatte früh mit seiner politischen Laufbahn begonnen. Er wurde damals durch Louis Tobback in die Partei geholt und war in jungen Jahren Parteivorsitzender.

Dann lief es kurzzeitig schief. Die flämischen Sozialisten wurden in eine Bestechungsaffäre im Fall Agusta verwickelt. Er ist dann "freiwillig zur Verbannung" nach Cambridge gegangen und danach doch in die Regierung zurückgeholt worden - erst in die föderale Regierung, danach in die flämische Regierung. Dort hat er sich einen Namen als starker Unterrichtsminister gemacht. Er war aber auch für seine teils scharfen Äußerungen bekannt.