Dehaene äußert sich nicht im Parlament

Jean-Luc Dehaene (Foto), ehemaliger belgischer Premierminister und heutiger Vorsitzender des Verwaltungsrats der Dexia-Bank, will sich nicht im Parlament zur Zukunft des Geldhauses äußern. Interne Informationen zu einem börsennotierten Unternehmen über das Parlament bekanntgeben, sei unlogisch, so die Erklärung.

Die flämischen Sozialisten SP.A forderten, dass sich Jean-Luc Dehaene vor dem belgischen Bundesparlament zur Zukunft der Finanzgruppe Dexia äußern soll. Seit einiger Zeit kursieren Gerüchte, nach denen in Frankreich eine Aufspaltung der dortigen Geschäftsbereiche der Bank bevorstehen.

Aus diesem Grund soll der Vorstandsvorsitzender, Jean-Luc Dehaene, vor dem Parlament entsprechende Fragen beantworten. Schließlich ist der belgische Staat Anteilseigner bei Dexia und er habe mit enormen Summen der Bank während der Kredit- und Finanzkrise unter die Arme gegriffen.

Doch Dehaene weigert sich, vor den Abgeordneten Fragen zu seinem Unternehmen zu beantworten, denn die Dexia sei ein börsennotiertes Unternehmen und interne Informationen vor dem Parlament preiszugeben, sei unmöglich, zumal sich die Bank erneut in einer schwierigen Situation befinde.

Unterdessen führen die Regierungen Belgiens und Frankreichs Gespräche zum Thema Dexia. Dabei gehe es nicht um ein Splitting der Bank, so Belgiens scheidender Finanzminister Didier Reynders (MR - Foto) sondern um neuerliche Hilfe: "Ich kann heute bestätigen, dass ich mit der französischen Regierung viele Kontakte hatte.

Wir stehen hinter Dexia genauso, wie hinter BNP Paribas oder wie auch in Belgien, hinter der KBC. Wir werden wohl Schutz bieten, nicht den Banken, sondern vielmehr den Sparern und den Unternehmen, so, wie das Frankreich auch tut.“

Möglicherweise wird es also erneut zu staatlichen Garantien für die Dexia kommen, wie schon vor drei Jahren im Zuge der allgemeinen Finanzkrise.