Rauchende Beamte schlecht für das Image

Die Zeit, die wallonische Regierungsbeamte in Anspruch nehmen, um während der Arbeit zu rauchen, wird ihnen künftig von ihrer Arbeitszeit abgezogen. Das schreibt die französischsprachige Zeitung Le Soir. Raucher werden auch gebeten, nicht in Sichtweite von Passanten zu rauchen.

Wallonische Beamte, die rauchen, müssen sich künftig an bestimmte Regeln halten. So müssen sie sich bei Verlassen und wieder Betreten des Gebäudes mit Stechkarte registrieren. Die Zeit, die sie für das Rauchen nötig hatten, wird ihnen von der Arbeitszeit abgezogen.

Außerdem, so heißt es in einem Brief des Generaldirektors der wallonischen Behörde, seien rauchende Beamte vor den Büros schlecht für das Image. Die Beamte werden deshalb gebeten, in spezielle für das Rauchen vorgesehenen Plätzen oder draußen auf den Parkplätzen, außerhalb der Sichtweite von Passanten, zu rauchen.

Werden diese Vorschriften nicht eingehalten, kann das zu einem Disziplinarverfahren führen. Die Gewerkschaften sprechen von einer erneuten Stigmatisierung der Raucher und sind der Meinung, dass die wallonische Regierung die Raucher damit als "faul" abstempele. Sie fordern, dass die Direktion ihre Entscheidung noch einmal überdenkt.

Keine Stechuhr für flämische Beamte

Auch für flämische Beamte gelten Raucherregeln. So hat der flämische Verwaltungsminister Geert Bourgeois (N-VA, kleines Foto) eine ähnliche Initiative genommen. In einem Rundschreiben im Juli verbot er flämischen Beamten rauchend vor den Bürogebäuden herumzustehen. Auch er ist überzeugt, dass das schlecht für den Ruf der Beamte sei.

Allerdings ging er mit seinem Vorschlag nicht so weit, die "verrauchte" Zeit von der Arbeitszeit abziehen zu wollen. "Das ist gegen unsere Kultur. Wir zählen auf das Verantwortungsbewusstsein unserer Mitarbeiter, ihre Arbeit zu erledigen." Mit der Bemessung der gearbeiteten Minuten könne man keine Mitarbeiter beurteilen. Menschen, die eine kurze Kaffeepause machten oder auf die Toilette gingen, müssten sich ja auch nicht mit der Stechkarte registrieren.

Die wallonische Regierung ist nicht die erste Einrichtung, die Kaffeepausen von der Arbeitszeit abzieht. So gelten diese Regeln bei Bpost schon seit mehreren Jahren, das heißt seit der Einführung des Rauchverbots dort.