Wird aus Dexia bald Bad und Good Bank?

An der Brüsseler Börse sind die Dexia-Aktien eingebrochen. Die Anktionäre reagieren damit auf Befürchtungen, dass Dexia die Gruppe in eine „Bad Bank“ mit Risikopapieren und einen rentablen Teil zerschlagen werde.

Dexia bereitet eine Aufteilung der belgisch-französischen Finanzgruppe vor. Der Verwaltungsrat, der in der Nacht zum Dienstag zu einer Krisensitzung zusammengekommen war, hat das Dexia-Management gebeten, Maßnahmen hierfür vorzubereiten.

Die strukturellen Probleme des Unternehmens, die die Geschäfte der Bank beeinträchtigen, müssten gelöst werden. Ein Geschäftsbereich mit alten Problemkrediten lastet auf der gesamten Gruppe. Um den gesunden Teil der Bank zu schützen, will der Verwaltungsrat die Problemkredite vom Rest trennen und eine Art "Bad Bank" daraus machen, bestätigte der scheidende belgische Premierminister Yves Leterme.

"Es gibt einige Vermögenskomponenten, die die Ergebnisse belasten und Ziel ist, laut Kommuniqué, sie gesondert zu behandeln."

Die "Bad Bank" kann voraussichtlich mit staatlichen Garantien der belgischen und französischen Regierung rechnen, aber darüber wird noch verhandelt. Die beiden Regierungen beobachteten die Situation und würden falls nötig handeln, sagte der belgische Finanzminister Didier Reynders (MR) am Dienstag in Luxemburg.

Am Montag hatte die Ratingagentur Moody's dem Finanzinstitut mit einer Herabstufung gedroht. Als Folge purzelten die Aktienkurse des Unternehmens in den Keller.

Was mit den gesunden Geschäftsbereichen von Dexia passieren soll, zum Beispiel der Dexia-Bank in Belgien, darüber bleibt die Presseerklärung von Dexia, die nach der Marathonsitzung des Verwaltungsrates verteilt wurde, ungenau. Werden sie verkauft, um die "Bad Bank" besser finanzieren zu können ? Premier Leterme läßt sich diesbezüglich zur Zeit noch nicht in die Karten sehen. "Wenn es soweit ist, dann wird darüber zur richtigen Zeit und von den geeigneten Menschen kommuniziert werden", so Leterme.

Die Börse reagierte am Dienstagmorgen übrigens umgehend: Die Dexia-Aktie fiel zum Handelsstart kurzzeitlich um über 30 Prozent.

Gegen 9 Uhr am Dienstagmorgen ist ein Europäischer Betriebsrat bei Dexia zusammengekommen. Um 11 Uhr war auch eine Sondersitzung des Unternehmensrates bei Dexia Belgien.

Für Dienstagabend 20 Uhr ist eine Sitzung der belgischen Regierungsspitze über die Situation bei Dexia angesetzt. Der scheidende Premier Yves Leterme (CD&V) und Finanzminister Didier Reynders (MR) ließen am Morgen bereits wissen, dass die Regierung Dexia nicht im Stich lassen werde.

Sparer brauchen sich keine Sorgen machen

Im VRT-Fernsehen sagte der scheidene Premierminister Leterme auch, dass sich die Kunden von Dexia keine Sorgen machen müssten.

Die Bank in Belgien funktioniere normal weiter und bis zu 100.000 Euro seien durch die Regierung sowieso für jeden Sparer der Bank abgesichert.