Provider müssen Pirate Bay blockieren

Die beiden großen belgischen Internetprovider Belgacom und Telenet sind per Gerichtsurteil dazu verpflichtet worden, ihren angeschlossenen Kunden den Zugriff zur Tauschwebseite Pirate Bay zu sperren. Bei Nichtbefolgung dieses Urteils binnen zwei Wochen drohen empfindliche Strafen.

Die belgische Organisation zum Schutz von Rechteinhabern im Internet, die Belgian Anti-Piracy-Federation (BAF) verbuchte bei einem Berufungsverfahren in Antwerpen einen Erfolg. Nach dem Berufungsurteil werden die beiden großen belgischen Internetprovider Belgacom und Telenet dazu verpflichtet, ihren Kunden den Zugriff auf Pirate Bay zu verwehren.

Pirate Bay ist ein Internetverzeichnis, das Webnutzern ermöglicht, von anderen Nutzern kostenlos Filme, Musik, Spiele oder Software aller Art per Download zu übernehmen.

Pirate Bay speichert dabei auf ihrer Plattform keine Inhalte, wie zum Beispiel Raubkopien von aktuellen Kinofilmen oder populären TV-Serien, sondern bietet lediglich den Zugang zu so genannten "Torrent Dateien“, Verweise auf Nutzerdateien, von denen entsprechende Inhalte heruntergeladen werden können. Pirate Bay zeigt dabei Wege auf zu so genannten "Bit-Torrent Protokollen“, die auf den Rechnern verschiedener Nutzer zu finden sind.

Nach dem Urteil zu Gunsten der BAF wurde das Verfahren umgänglich angegriffen. Eine Bürgerrechtsbewegung, die in Belgien unter dem Namen Nurpa für eine absolute Freiheit im Internet eintritt, sprach von Zensur und von einem Präzedenzfall, denn die von der Justiz in zweiter Instanz geforderte Blockierung von Pirate Bay betreffe auch frei zugängliche Inhalte, die nicht unter das Urheberschutzrecht fallen würden.

Im ersten Halbjahr 2011 sind nach Angaben der Belgian Anti-Piracy-Federation sind in unserem Land rund 1,3 Millionen Dateien illegal im Internet heruntergeladen worden. Das bedeutet für die Rechteschützer, dass der Diebstahl von intellektuellem Eigentum weiter zunimmt.