Bahnfahrkarten werden ab 2012 teurer

Die belgische Bahngesellschaft NMBS/SNCB kündigte an, ab 2012 einen Zuschlag von 7 € zu verlangen, wenn Fahrgäste ihre Tickets im Zug erstehen wollen. Auch der Fahrkartenerwerb am Schalter wird dann teurer und soll 3 € Aufschlag kosten.

Wer ab dem kommenden Jahr ohne gültigen Fahrausweis in einen Zug in Belgien steigt und beim Schaffner nachlösen will, der muss dann einen Zuschlag von 7 € zahlen. Für Bahnkunden, die nur Kurzstrecken fahren, wird sich der Ticketpreis dabei nicht selten mehr als verdoppeln. Selbst beim Fahrkartenerwerb am Schalter wird ab 2012 ein Aufschlag von 3 € verlangt.

Die Bahn gibt für diesen Vorgang einen Grund an. Mit diesen Zuschlägen will man in Zukunft Streitgespräche und Konflikte zwischen Schaffnern und Fahrgästen über die entsprechenden Fahrpreise und Zuschläge vermeiden.

Solche Preisverhandlungen führen offenbar nicht selten zu Zwischenfällen und mitunter sogar zu verbalen und gewalttätigen Angriffen auf das Bahnpersonal, die die flämische Tageszeitung De Standaard zu diesem Thema meldet.

Allerdings gibt die NMBS/SNCB an, dass die Zuschläge für Nachlösen im Zug erst akut werde, wenn alle unbesetzten Bahnhöfe mit entsprechenden Fahrkartenautomaten ausgerüstet sind. Doch solche Automaten sind derzeit erst an insgesamt 133 Standorten installiert und zudem sind viele kleinere Bahnhöfe in Belgien schon ab 21 Uhr am Abend nicht mehr besetzt.

Kritik vom Fahrgastverband

Der belgische Fahrgastverband Zug-Tram-Bus lehnt dieses Vorhaben der Bahn ab und erinnert daran, dass viele Fahrgäste im Zug nachlösen, da die Warteschlangen vor den Fahrkartenschaltern oft sehr lang sind, denn die Schalter seien chronisch unterbesetzt.

Überdies lasse auch die technische Verlässlichkeit der Fahrkartenautomaten an den unbemannten Bahnhöfen zu wünschen übrig. Nicht zuletzt seien die Fahrkartenautomaten auch recht kompliziert zu bedienen und damit nicht für jeden Benutzer wirklich brauchbar als Alternative zum Schalter.