Dexia: Bund und Länder bündeln ihre Kräfte

Premierminister Yves Leterme (CD&V) und Finanzminister Didier Reynders (MR) haben am Mittwoch als Vertreter der scheidenden belgischen Bundesregierung gemeinsam mit den Spitzen aus Ländern und Regionen das Thema Dexia besprochen. Auch die Teilstaaten partizipieren am Kapital der notleidenden Bank.

Nach Ablauf des Treffens konnte noch keine konkrete Vorgehensweise vorgelegt werden, doch sicher ist, dass auf allen belgischen Regierungsebenen alles getan wird, um die Zukunft dessen, was von Dexia in Belgien übrig bleibt, zu sichern.

Premier Leterme und Finanzminister Reynders trafen am Mittwochabend mit den Ministerpräsidenten von Flandern, der Wallonie und der Region Brüssel-Hauptstadt (kleines Foto) zusammen, denn auch Länder und Regionen haben Anteile an der Dexia-Bank, die kurz vor der Zerschlagung steht.

Mehrere Szenarien stehen zur Debatte, unter anderem die Nationalisierung der Bank in Belgien oder auch der Verkauf der hiesigen Teile der Allfinanz-Gruppe. Doch nach Ansicht der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd machen auch Alternativvorschläge die Runde, mit denen eine Nationalisierung oder ein Abstoßen der Bank vermieden werden könnten. Doch Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V) wollte oder konnte nicht ins Detail gehen:

"Es versteht sich von selbst, dass die Dexia-Bank in Belgien weiter auf soliden Füßen stehen muss und dass wir sie unterstützen. Zudem muss die Glaubwürdigkeit von Dexia wiederhergestellt werden, damit niemand sich Sorgen über deren Zukunft machen muss.“

Am Mittwochabend wurde bekannt, dass Sparer in ganz Belgien rund 400 Millionen € von ihren Konten bei der Dexia abgehoben haben. De Tijd meldet sogar eine abgehobene Summe von mehr als 1 Milliarde € innerhalb des vergangenen Monats. Der flämische Ministerpräsident erinnerte die Sparer aber daran, dass ihre Guthaben bei der Dexia sicher sind.

Verhandlungen in Frankreich und Luxemburg

Premier Leterme und Finanzminister Reynders (Foto) haben am Donnerstag vom Kernkabinett der scheidenden belgischen Bundesregierung das Mand at erhalten, um mit der französischen Regierung über die Zukunft der notleidenden belgisch-französischen Bank zu verhandeln.

Nach Angaben der Wirtschaftszeitung De Tijd liegt der Schwerpunkt der Überlegungen auf einer eventuellen Nationalisierung von Dexia.

Über den Verkauf der luxemburgischen Filiale von Dexia wird angeblich bereits mit einer Gruppe von internationalen Investoren verhandelt. Hier begleitet die Luxemburger Regierung die Gespräche, wie Dexia selbst in einer Pressemitteilung bekannt gab.