Moody’s prüft Herabstufung Belgiens

Die Ratingagentur Moody’s prüft angesichts der möglichen staatlichen Unterstützungen für den Bankensektor eine Herabstufung der Bonität von Belgien. Derzeit steht Belgien auf einer "Aa1"-Stufe bei Moody’s, doch dies kann sich ändern, wenn die entsprechenden Experten dies wollen.

Die Rechenexperten von Moody’s beobachten die in ihren Augen wachsende Risiken durch die Schulden- und Eurokrise in Europa sehr genau. Die Lage verschärfe sich in Belgien, weil es hier nach staatlichen Hilfspaketen für die notleidenden Banken aussehe, hieß es in der Ankündigung, Belgien eventuell herunterzustufen.

Seit Tagen halten hierzulande Schlagzeilen zur Dexia-Bank für angehaltenem Atem. Die belgisch-französische Bankengruppe Dexia ist im Zuge der europäischen Schuldenkrise in die Problemzone geraten und wird wohl zerschlagen. Der französische Teil wird vielleicht an eine andere Bankengruppe veräußert, Belgien übernimmt den hiesigen - gesunden - Teil, während kranke Entitäten in eine so genannte "bad bank" ausgelagert werden, für die Belgien und Frankreich mit Staatsgarantieren bürgen.

Stuft Moody’s die Bonität Belgiens vom derzeitigen Spitzenwert herunter ab, dann ist die direkte Folge davon ein Anstieg der Zinsen auf belgische Staatsanleihen, was die hiesige Haushaltspolitik weiter unter Druck setzen würde. Demnach wäre das beste derzeit, das Dexia-Problem schnell und konsequent zu lösen. Moody’s prüft gleichzeitig auch die Herabstufung der Ratingstufe von britischen und spanischen Banken. Italien und Spanien wurden als Staaten bereits abgewertet.