Dutzende "Indignados" in Brüssel verhaftet

Die Polizei der Brüsseler Gemeinde Koekelberg hat in der Nacht zum Sonntag rund 30 Aktivisten der so genannten "Indignados" in Gewahrsam genommen. Sie hatten unter freiem Himmel übernachten wollen und ein Angebot, in den Räumen einer naheliegenden Universität zu schlafen, rundweg abgelehnt.

Die "Indignados“, übersetzt die "Empörten“, sind eine Gruppe aus Aktivisten aus ganz Europa, die sich zu Fuß aus Richtung Spanien auf den Weg nach Brüssel gemacht haben, um hier, in der Hauptstadt der Europäischen Union, für eine bessere Weltpolitik zu demonstrieren.

Die Bewegung der "Indignados“ entstand vor einigen Monaten in Spanien (kleines Foto), wo massiv gegen die Sparpolitik der Regierung protestiert wurde.

Die Demonstranten hatten dabei, nach ägyptischem Vorbild, zentrale Plätze in den große Stellen besetzt. Genau, wie in Spanien, wollen diese Aktivisten mit ihrer Bewegung auch bei der EU für ein Umdenken in der Welt- und Wirtschaftspolitik demonstrieren. Diese Woche sollen in Brüssel mehrere Infoveranstaltungen stattfinden und am kommenden Samstag soll es im Brüsseler Europaviertel zu einer großen Demonstration kommen.

Eine große Gruppe von aus Spanien nach Brüssel gewanderten "Indignados“ hatte sich nach ihrer Ankunft in der belgischen Hauptstadt im Elisabethpark in Koekelberg niedergelassen. Der dortige Bürgermeister hatte sie dazu eingeladen, in ein Unigebäude zu ziehen, unter anderem, weil campen in einem Park und unter freiem Himmel in der Öffentlichkeit hier untersagt ist. Doch eine harter Kern von etwa 30 der Aktivisten lehnte dies ab und wurde darauf hin abgeführt.