"Menschenhandel ist moderne Sklaverei"

Das belgische Zentrum für Chancengleichheit und gegen Rassismus, eine staatliche Einrichtung, ist der Ansicht, dass wirtschaftliche Ausbeutung auf allen Ebenen bekämpft werden muss: Vom Auftraggeber bis zum Subunternehmer. Das Zentrum legte jetzt seinen Jahresbericht vor.

Als Beispiel für soziale und wirtschaftliche Ausbeutung gepaart mit Menschenhandel führte das Zentrum für Chancengleichheit und gegen Rassismus den Fall Carestel an. In dieser Angelegenheit wurden osteuropäische Arbeitskräfte nach Belgien gebracht, um für eine deutsche Firma in den Toiletten von Autobahnraststätten zu arbeiten - für 3 € pro Stunde.

Carestel, das Betreiberunternehmen dieser Autobahnrestaurants gab damals zur Rechtfertigung an, dass man nicht wusste, wie der Subunternehmer sein Personal rekrutiere, doch diese Entschuldigung hält Jozef De Witte, der Direktor des Zentrums für Chancengleichheit und gegen Rassismus, für unglaubwürdig. Er plädiert dafür, auch die Auftraggeber in die Verantwortung zu nehmen, wenn Sklaverei und wirtschaftliche Ausbeutung aufgedeckt werden:

"Der Vorschlag, die Haftbarkeit in diesem Bereich auszuweiten, wird in Belgien schon seit Jahren angeführt. Wenn sich erweist, dass auch Auftraggeber für solche Missstände verantwortlich sind, sollten diese auch haftbar gemacht werden. Es ist höchste Zeit, dass dies endlich eingeführt wird.“

Auch sexuelle Ausbeutung und Prostitution bleiben große Probleme. Mittlerweile nutzen Menschenhändler und Zuhälter das Internet, um Frauen und Mädchen aus armen Ländern nach hier zu holen und um Kunden zu locken. Auch hier müsse der Kampf gegen Ausbeutung und Menschenhandel ausgeweitet werden. Das dieses Thema für die belgische Bundespolizei wieder zu einer der Prioritäten im neuen Sicherheitsplan geworden ist, begrüßte DIrektor De Witte.