Mehr Details zu den Bahn-Sparplänen

Dass die belgische Eisenbahngesellschaft SNCB/NMBS sparen muss, ist keine Neuigkeit. Doch wo und wie gespart werden soll und ob dies zu Lasten des Zugangebots oder des Personals geht und in welchem Umfang, blieb zunächst unklar. Jetzt kamen mehr Details ans Tageslicht. Über 300 Züge werden gestrichen.

Nach den in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Einzelheiten aus den Plänen der Bahngesellschaft werden beim kommenden Fahrplanwechsel Mitte Dezember 302 Züge gestrichen. Dabei handelt es sich um Züge in der so genannten „Tagesrandlage“, also früh am Morgen oder spät am Abend.

Diese Züge werden aufgrund von mangelnder Rentabilität gestrichen. Und doch trifft dies rund 6.000 Bahnpendler, die bald frühmorgens bei Schichtanfang oder spätabends bei Schichtende keine Bahnverbindung mehr haben werden.

Manche dieser Züge sollen allerdings in Kooperation mit den regionalem Nahverkehrsanbietern durch Busse ersetzt werden, was kostengünstiger ist.

Doch auch im Personalbestand der Bahn soll es zu Einschnitten kommen. So wird offenbar ein Drittel der durch natürliche Fluktuation (Rente usw.) frei werdenden Stellen auf Verwaltungsebene nicht mehr besetzt und in den Werkstätten und Ausbesserungswerken der Bahn sollen bis zu 650 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Zwar stellt die Bahn derzeit über aufwändige Anzeigenkampagnen viele neue Mitarbeiter ein - Zugpersonal, Lokführer und auch hochqualifizierte Techniker, doch die Gewerkschaften erwarten bald wieder personelle Engpässe bei den Schaffnern.
 

Nachtzug nach Ostende…

Für Diskussionsstoff sorgte ein von der Bahn teilweise gestrichener Zug, der am späten Abend von Eupen aus über Lüttich, Löwen, Brüssel, Gent und Brügge nach Ostende fährt. Seit einigen Monaten endet dieser Zug in Löwen, also noch vor Brüssel. Damit viel für Reisende aus Gent, Brügge oder Ostende die letzte Verbindung aus Richtung Brüssel weg und es kam zu Beschwerden. Doch die Bahn blieb standhaft und gab an, die letzte Teilstrecke des Zuges sei nicht rentabel.

Doch dann kam plötzlich heraus, dass der Zug von Löwen aus weiter in Richtung Ostende fährt, denn dort sind Lokomotive, Waggons und Zugpersonal stationiert. Nur, der Zug hatte tatsächlich lediglich Bahnpersonal an Bord. Nach entsprechenden Zeitungsberichten im belgischen Bundesland Flandern und einer dem entsprechenden Polemik wird der besagte Nachtzug bald wieder für Reisende zugänglich sein, auch wenn die Bahn dabei in den sauren Apfel beißt und einen Schaffner durch die Wagen gehen lassen muss, der die Fahrkarten kontrolliert…