Prozess-Auftakt: Softenon-Opfer gegen Belgien

In Brüssel ist an diesem Dienstagmorgen Prozessauftakt der Softenon-Opfer gegen den belgischen Staat. Softenon wurde schwangeren Frauen in den 60er Jahren gegen das morgendliche Unwohlsein verschrieben.

Das Medikament "Softenon", das in anderen Ländern auch unter den Markennamen "Contergan" oder "Thalidomid" verkauft wurde, führte jedoch zu  Schwangerschaftsabbrüchen und verursachte Missbildungen.

Es hat Jahre gedauert, bevor unser Land Softenon verboten hat.

Mieke Suykens aus Kalmthout ist eines der Opfer: "Ich erwarte erstens, dass sie uns als Softenon-Opfer anerkennen und zweitens einen Schadensersatz sowohl für die Opfer als auch für unsere Eltern. Ich denke, die sollten auch ein Stück des Kuchens abbekommen."

Auf die Frage, an welchen Betrag sie denke, antwortet Suykens noch: "Die Höhe der Summe lasse ich offen, aber ein symbolischer Franken oder Euro reicht nicht aus."

Die Softenon-Opfer wollen auch, dass sich der belgische Staat bei ihnen entschuldigt.

2010 hatte Gesundheitsministerin Laurette Onkelinx die Einrichtung eines Fonds in Höhe von 5 Millionen Euro für die Opfer angekündigt.

Da kurze Zeit später jedoch die Regierung zurücktrat, ist es nicht zu diesem Fond gekommen. 16 Opfer des Medikaments haben nun den Staat auf Schadensersatz verklagt.