Fahrgastverband: "Die Holding ist unnötig"

Der belgische Fahrgastverband ZugTramBus (TTB) fordert die Abschaffung der NMBS/SNCB Holding, denn diese Kuppel über den beiden anderen Geschäftsbereichen der Bahn habe keinen wirklichen Nutzen und könne eingespart werden.

Die NMBS/SNCB Holding ist die Kuppel über der NMBS/SNCB, die den Fahrzeugbereich der belgischen Bahn verwaltet und über Infrabel, der belgische Gleisnetzbetreiber. Diese Aufteilung der belgischen Staatsbahn in drei Geschäftsbereiche ist eine Folge der Liberalisierung der Bahn, die 2005 auf Drängen der Europäischen Union eingeführt wurde.

Doch nach Ansicht des Fahrgastverbandes ZugTramBus ist diese Struktur überflüssig und kann nicht vernünftig arbeiten, so Verbandssprecher Jan Vanseveren (Foto): "Die NMBS ist notwendig für die Züge und Infrabel für Gleise und Bahnhöfe, doch wir haben in Belgien als einziges Land in Europa eine überkuppelnde Holding. Das ist der dritter Pfeiler, der zu viel kostet und eigentlich könnten wir ohne auskommen. Das wäre eine gute Einsparmöglichkeit.“

Die Bahnholding steht nicht erst seit gestern zur Disposition und der Fahrgastverband TTB ist nicht die einzige Einrichtung, die deren Abschaffung fordert.

Auch der sozialistischen Eisenbahnergewerkschaft ACOD ist die Kuppel ein Dorn im Auge. Allerdings hatten die Gewerkschaften bei der Privatisierung der Bahn 2005 eine solche Einrichtung noch gefordert, denn sie wollten absolut einen Geschäftsbereich haben, der die Personalpolitik bei der Bahn kontrollierte.

Heute hat die Bahn mit der Holding einen Geschäftsbereich, der sich die Bereitstellung des Personals und von Dienstleistungen teuer in Rechnung stellen lässt. Eigentlich, so die Ansicht (fast) aller Beteiligter, könnten die beiden anderen Geschäftsbereiche ihre eigene Personalpolitik kostenneutraler führen.