GDF Suez droht mit Investitionsstopp

Der französische Energiekonzern GDF Suez droht der belgischen Regierung mit einem Investitionsstopp. Damit reagiert die Muttergesellschaft von Electrabel auf das Vorhaben, die Abgaben auf die Gewinne der hiesigen Atomkraftwerke zu erhöhen.

Sollten zusätzlichen Besteuerungen auf die Gewinne der bereits abgeschriebenen Atommeiler zu Lasten von Electrabel kommen, seien neue Investitionen in Belgien nicht mehr möglich, teilte der Vorstand von GDF Suez mit.

Regierungsbildner Elio Di Rupo (PS) sieht in den Haushaltsplanungen für die kommenden Jahre vor, dem französischen Betreiber der belgischen Atomkraftwerke jährlich statt 250 Millionen € bis zu 750 Millionen € zusätzlich abzuverlangen und im Gegenzug dazu die seit Jahren abgeschriebenen Meiler länger am Netz zu lassen.

Dies würde faktisch einen Aufschub des Atomausstiegs bedeuten und erklärt auch, warum Di Rupo die neue Regierung ohne die Grünen zusammenstellen wird.

Für die flämischen Sozialisten SP.A reagierte deren Fraktionsvorsitzender in der Ersten Kammer des belgischen Bundesparlaments, John Crombez (Foto), ungehalten auf die Drohung des französischen Energiekonzern, es im Falle von höheren Steuern zu einem Investitionsstopp kommen zu lassen.

Zum einen komme die Drohung von GDF Suez zu einem Zeitpunkt, an dem noch nichts beschlossene Sache sei - die Koalitionspartner verhandeln derzeit noch über Form und Inhalt der Haushaltspläne und zum anderen fahre der Konzern über Electrabel und die abgeschriebenen Kraftwerke riesige Gewinne zu Lasten der belgischen Verbraucher ein.