Malaria-Impfstoff vor dem Durchbruch

Belgische und internationale Wissenschaftler haben einen Impfstoff entwickelt, der die Sterberate bei Kleinkindern in Afrika um die Hälfte senken kann. Die Entwicklung befindet sich derzeit im entscheidenden Stadium und der Impfstoff wird gerade umfassend getestet.

Malaria tötet jährlich bis zu 1 Million Menschen, in erster Linie Kinder unter fünf Jahren. Dutzende Millionen weitere Menschen erkranken durch Malaria langfristig. Effektive Mittel gegen Malaria werden seit Jahrzehnten gesucht. Doch jetzt scheint ein Impfstoff vorzuliegen, der wirksamer sein soll, als alles bisher Entwickelte.

Dieser Impfstoff, dessen Bezeichnung RTS,S lautet, wird jetzt nach 25 Jahren Entwicklung bei 6.000 kleinen Kindern zwischen 5 und 17 Monaten getestet.

Die Tests laufen in insgesamt 11 afrikanischen Ländern. Der Impfstoff wird vom Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline in Belgien entwickelt. Der belgische Wissenschaftler Lode Schuerman vom beteiligten GlaxoSmithKline-Labor im belgischen Rixensart in Wallonisch-Brabant erklärt:

"RTS,S ist ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung, weil sich zum ersten Mal mit einem Impfstoff zeigt, dass Malaria bei Kindern um die Hälfte gesenkt werden kann. Allerdings sollten Präventivmaßnahmen, wie die so genannten 'Moskitonetze‘ gegen Mücken, weiter verwendet werden. Zudem muss der Krankheitserreger bei Infizierten sofort aufgespürt und behandelt werden.“

Die Ergebnisse der bisherigen Entwicklung sind in diesen Tagen bei einer Malaria-Tagung in Seattle/USA vorgestellt worden und sind im Fachblatt New England Journal of Medicine nachzulesen. Die Entwicklung von RTS,S wurde unter anderem mit Geldern aus der Bill und Melinda Gates-Stiftung finanziert.