Janssen für Rest des Lebens hinter Gitter

Im Geschworenenprozess gegen Ronald Janssen in Tongeren hat der Beschuldigte eine lebenslange Gefängnisstrafe bekommen Das Schwurgericht hat keine mildernden Umstände gelten lassen. Am Donnerstag hatten die Geschworenen Janssen bereits der Entführung und des Mordes an Annick Van Uytsel, des Mordes an Kevin Paulus und der Folter, Vergewaltigung und des Mordes an Shana Appeltans für schuldig befunden.

Das Vorlesen des Urteils durch den Vorsitzenden des Gerichts Michel Jordens (kleines Foto im Text) begann mit  einigen biografischen Angaben von Ronald Janssen und mit der Nennung aller Nebenkläger und ihrer Vertreter sowie der Nennung des Namens des Verteidigers von Ronald Janssen.

Jordens wiederholte noch einmal, dass die Geschworenen Ronald Janssen am Donnerstag in allen neun Punkten für schuldig befunden hatten und las die Urteilsbegründung vor. "Hierbei ist das Strafmaß für die schwerste Tat zu bestimmen, nämlich Mord. Bei der Festlegung des Strafmaßes wurde die besondere Grausamkeit, mit der die Taten begangen wurden, die wie psychiatrische und psychologische Gutachter darlegen Kennzeichen raubtierhafter Gewalt enthalten, berücksichtigt."

"Die Arbeitsweise von Janssen hatte nicht einfach die Tötung zum Ziel, sondern auch die totale Zerstörung seiner Opfer", erklärte der Vorsitzende Michel Jordens noch.

"Bei den Hinterbliebenen hat Janssen durch die Art und Weise, wie er seine Taten begangen hat, ein unsägliches Leid verursacht. Er hat seine Opfern nicht als Person, sondern als Objekt gesehen. Ronald Janssen wird als Kernpsychopat mit sexuell abweichendem Verhalten beschrieben. Dabei wird die Gefahr der Wiederholung seiner Taten als sehr hoch eingeschätzt. Die Chance auf irgendeine erfolgreiche Behandlung wird als minimal gesehen", so Jordens.

Der Vorsitzende fügte noch hinzu, dass Janssen ausschließlich "ich-gerichtet" sei und sich absolut nicht in Dritte hineinversetzen könne. "Dadurch stellt er eine Gefahr für die Gesellschaft dar. Deshalb ist Janssen zu lebenslanger Haft verurteilt worden."

Janssen wird lebenslang von seinen Rechten entbunden. Er muss auch für die Prozesskosten aufkommen. Diese betragen 278.000 Euro.

"Die Gesellschaft will Sie nicht mehr"

Richter Jordens redete danach direkt mit Janssen. "Wenn gegen Sie eine lebenslange Strafe ausgesprochen wird, dann kann man auch symbolisch sagen: Die Gesellschaft  wünscht Sie nicht mehr in ihrer Mitte zum Schutz der Gesellschaft."

"Ich weiß nicht, ob Sie jemals in diese Gesellschaft zurückkehren werden (...) Es kann sein, dass Sie nach einer Weile selbst den Entschluss fassen, nie wieder in die Gesellschaft zurückzukehren. Das ist jedoch etwas, was wir heute nicht besprechen müssen. Ich lade Sie dazu ein, über diese Strafe nachzudenken und letztlich zu sehen, welchen Nutzen Ihr Leben noch haben kann, in erster Linie innerhalb der Gefängnisgesellschaft. Sie verfügen sicher über betimmte Gaben und Qualitäten und vielleicht können Sie lernen, diese dort anzuwenden."

Außerdem gab Jordens auch noch einen persönlichen Rat in Bezug auf die Kinder von Janssen: "Wir sehen, dass Ihre Kinder auch ein stückweit Opfer sind bei dem, was passiert ist. Sie laufen Gefahr in ihrem weiteren Leben stigmatisiert zu werden. Es ist unvermeidbar, dass sie sich irgendwann im Leben die Frage stellen werden: Tragen wir das auch in uns? Können wir das vermeiden?"

"Hier ist Ihre ehemalige Partnerin gefragt, aber Sie können auch etwas tun. Ich denke, es wäre gut, wenn Sie ihren Kindern gegenüber eine Haltung annehmen würden, die sie beruhigt und sie nicht mit Stigmata belastet, so dass sie auf normale Weise durch das Leben gehen können."

Danach durfte Janssen den Gerichtssaal verlassen. Janssen nickte und sagte mit sanfter Stimme "ok". Janssen flüsterte seinem Anwalt noch etwas ins Ohr und verließ dann den Gerichtssaal. Auf den Bildern ist ein breites Lächeln im Gesicht von Janssen zu sehen (Foto im Text).