Konkurs der Gemeindeholding vom Tisch

Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (Foto unten links) verkündete nach einer Versammlung der flämischen Regierung am Samstag, dass sich die Dexia-Bank Belgien und die regionalen Verantwortlichen darauf geeinigt hätten, einer geordneten Insolvenz der Gemeindeholding zuzustimmen. Am Samstagabend stimmte der Verwaltungsrat der Holding dem zu. So wird ein Konkurs vermieden.

Für den 7. Dezember wurde eine Verwaltungsratssitzung angesetzt, bei der die Auflösung der Gemeindeholding vollzogen wird. Bis dahin soll der Verkauf der Vermögensmasse der Holding vorbereitet werden. Um bis zum 7. Dezember weiter funktionieren zu können, wird die belgische Dexia-Bank die notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.

Der wallonische Ministerpräsident Demotte begrüßte, dass alle Beteiligten dazu beigetragen hätten, um eine geordnete Insolvenz zu ermöglichen. Die Verluste, die die Insolvenz mit sich bringen wird, vermutlich mehrere hundert Millionen Euro, sollen zwischen dem Bund, den Regionen (den belgischen Bundesländern) und der Dexia-Bank aufgeteilt werden.
 

Seit der Zerschlagung der Dexia-Gruppe ist die Gemeindeholding nicht mehr in der Lage, ihre Schulden zurückzuzahlen. Dafür würde sie die Unterstützung der belgischen Bundesregierung der Regionen (die belgischen Bundesländer) brauchen.

Die ganze Woche über sind Verhandlungen geführt worden, allerdings ohne konkretes Ergebnis. Der Schuldenberg der Gemeindeholding liegt bei 1,6 Milliarden Euro. Unklar ist bisher noch immer, wie dieser Schuldenberg verteilt werden soll.

Fehlentscheidungen

Ein Konkurs der Holding würde alle Beteiligten in Schwierigkeiten bringen. Vor allem Flandern hat sich für eine geordnete Insolvenz ausgesprochen.

Die Gemeindeholding vertritt die Interessen der Kommunen und Provinzen. Sie war Hauptaktionärin der Dexia-Gruppe und geriet nach dem massiven Kursverfall der Dexia-Aktie in große Schwierigkeiten. Mitschuld war hieran auch die Tatsache, dass die Holding Dexia-Aktien mit Geld gekauft hat, das sie zuvor bei demselben belgische-französischen Finanzkonzern geliehen hatte.

Deshalb ist die Gemeindeholding mittlerweile fast bankrott. Montag steht die Rückzahlung eine Kredits von 5 Millionen Euro an, aber das Geld hierfür fehlt.