EU-Gipfel: Schuldenkrise und Griechenland

In Brüssel hat laut Beobachtern ein entscheidender EU-Gipfel begonnen. Thema ist die Rettung Griechenlands und die Schuldenkrise in Europa. Zur Stunde beraten die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder.

Am Nachmittag kommen dann noch die Chefs der Euroländer zusammen.

Seit Freitag feilt die EU an Notmaßnahmen zur Abwehr einer Schuldenkrise, die dem Euro gefährlich werden zu droht. Samstagabend hatten sich die Finanzminister auf eine erste Grundsatzeinigung zum Euro-Rettungsschirm verständigt. Er soll auf 1.000 Milliarden aufgestockt werden.

Am Samstag sorgte ein bisher geheim gehaltener Expertenbericht über die griechische Staatsverschuldung für große Unruhe. Demnach soll die in den kommenden Jahren auf 186 Prozent des Bruttoinlandprodukt steigen. Erst ab 2012 soll das Land wieder Geld auf den internationalen Märkten leihen können. Bis dann wären 250 bis 444 Milliarden Euro zur Stützung Griechenland notwendig: weitaus mehr als bisher gedacht.

Samstagabend einigten sich die EU-Finanzminister darauf, dass die Banken bei der Griechenland-Rettung stärker mithelfen sollen. Ein Schuldenschnitt von 50 bis zu 60 Prozent ist im Gespräch. Bisher war nur ein Schuldenschnitt von 20 Prozent auf griechische Obligationen geplant. Damit die Banken das verkraften, brauchen sie mehr Eigenmittel. Die Finanzminister einigten sich gestern auf 100 Milliarden Euro.

Deutsch-französische Meinungsverschiedenheiten

Strittig ist bislang noch, durch welchen Hebel der Euro-Rettungsschirm von derzeit 440 auf 1.000 Milliarden aufgestockt werden soll. Deutschland favorisiert die Versicherungslösung. Frankreich fürchtet um seine Bestnote bei den Ratingagenturen und will die Bankenlösung. Die belgische Regierung einigte sich am Samstag auf die Unterstützung des deutschen Standpunkts.

Gestern suchten der französische Präsident Sarkozy, die deutsche Bundeskanzlerin Merkel und der europäische Präsident, der Flame Herman Van Rompuy, nach einem Kompromiss. Nach Ablauf des Gespräches äußerten sich sowohl Merkel wie Sarozy positiv.

Der belgische Premierminister Leterme hofft, dass schnell konkrete Entscheidungen getroffen werden, um die Märkte vor Börsenbeginn am Montagmorgen zu beruhigen.