Freispruch im Metroprozess

In Brüssel ist ein minderjähriger Jugendlicher, der einen Mann in der U-Bahn sechs Meter nach unten gestoßen haben soll, aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.

In der Nacht vom 31. Dezember 2009 auf den 1. Januar 2010 wurde ein 22-jähriger bulgarischer Student in der Brüsseler U-Bahn zusammengeschlagen und danach sechs Meter nach unten gestoßen. Der junge Mann fiel auf die Schienen und blieb bewusstlos dort liegen. Er hat jedoch die Schläge und den Sturz überlebt.

Die Tat wurde von einer Überwachungskamera gefilmt. Im April 2010 machte die belgische Polizei die Bilder öffentlich. Sie hoffte damit, Zeugen für den Zwischenfall zu finden. Auf den Bildern ist zu sehen, wie vier afrikanische Jugendliche gegen den bulgarischen Studenten handgreiflich werden. Einer der jungen Männer zieht den Bulgaren schließlich am Gürtel und stößt ihn über ein Geländer.

Auf den Bildern sind die Gesichter der vier Jugendichen kurz erkennbar. Der Jugendliche, der den Studenten über das Geländer stieß, wurde danach auf Grundlage dieser Bilder festgenommen. Dem Richter zufolge seien die Bilder jedoch nicht deutlich genug, um die Schuld des Verdächtigen zu beweisen. Der junge Mann wurde freigesprochen.

Dem minderjährigen Verdächtigen wurde allerdings noch während das Verfahren zum Metroprozess lief eine Arbeitsstrafe von 80 Stunden für einen Handtaschendiebstahl im Mai auferlegt.