"Belgiens Banken brauchen kein neues Kapital"

Das Abkommen zur Absicherung des Euro, das die Staats- und Regierungschefs der Länder der Eurozone in der Nacht zum Donnerstag erzielten, bringt für Belgien keine zusätzlichen Kosten, wie Premierminister Leterme versicherte.

Belgiens scheidender Premierminister Yves Leterme (CD&V) ist der Ansicht, dass die belgischen Banken kein zusätzliches Geld zur Aufstockung ihres Kernkapitals nötig haben. Dies erklärte er am frühen Donnerstagmorgen in einer Sondersendung der flämischen TV-Nachrichtenredaktion zum Anlass des Abkommens der EU:

"Was unser Land betrifft müssen wir in Sachen Re-Kapitalisierung der Banken abwarten, was die europäische Bankenaufsicht sagen wird. Global gesehen haben wir den Eindruck, dass dies, was unsere Banken betrifft, nicht notwendig ist, zumindest den ersten Meldungen zufolge. Auch der Versicherungssektor muss noch abwarten.

Was den Notfonds betrifft muss bei uns auch nichts besonders geschehen, denn wir (die EU, AdR.) haben die Möglichkeit geschaffen, auf breiter Ebene zu arbeiten und das Geld, das im Fonds steht, wird als Garantie verwendet und zur Verfügung gestellt. Auf Belgien kommen in dieser Hinsicht keine zusätzliche Verpflichtungen zu.“

Auch Febelfin, der Dachverband der belgischen Banken, meldete am Donnerstag, dass die Finanzinstitute unseres Landes kein extra Kapital brauchen, um ihr Kernkapital zu verstärken.

Keine Kapitalprobleme

Dexia Bank Belgien und die KBC erwarten keine Probleme durch die neuen Vorschläge zur Erhöhung des Kernkapitals der Banken von Seiten der Europäischen Union.

Allerdings braucht die belgisch-französische Dexia Gruppe, zu der Dexia Bank Belgien gehört, 1,7 Milliarden € zusätzlich. Die Gruppe geriet in die Problemzone, da sie über große Pakete an griechischen Staatsanleihen verfügt. Um Dexia vor dem Ruin zu schützen, übernahm der belgische Staat unlängst die Dexia Bank Belgien (die übrigens nicht an der Börse ist). Aus diesem Grunde muss auf eine Neubewertung von Dexia durch die EU-Instanzen und die Finanzbehörden noch gewartet werden.

Bei der KBC hieß es am Donnerstag, das man trotz einiger griechischer Obligationen in Portefeuille alle Ziele erreicht. Die KBC hat sich im Laufe der vergangenen Wochen von einem Teil der Staatsanleihen aus europäischen Schuldenstaaten zeitig trennen können.