Börsen reagieren positiv auf den Gipfel

Vorläufig reagieren die internationalen Börsen positiv auf das Abkommen zur Lösung der Euro- und Griechenlandkrise, dass die EU-Staats- und Regierungschefs in der Nacht zum Donnerstag erzielt haben. Der Handel mit Dexia-Aktien wurde vorläufig ausgesetzt, denn man wartet auf eine öffentliche Mitteilung zur Umstrukturierung.

Der Schuldenerlass um 50 % für Griechenland, die Aufstockung des Euro-Notfonds und die Tatsache, dass die Banken ihr Kernkapital aufstocken müssen haben an den Börsen für eine positive Stimmung gesorgt. Doch von Euphorie ist keine Rede.

Bis etwa gegen 10 Uhr am Donnerstagmorgen wurden auf den europäischen Börsen Gewinne von rund 3 % erzielt und auch der Bel 20 an der Brüsseler Börse verzeichnete einen solchen Gewinn. In Brüssel verbuchten die Finanztitel höhere Gewinne, zum Beispiel verbuchten KBC-Aktien 8 % Gewinn. In Paris stiegen die Aktien von BNP Paribas (der Mutterkonzern der ehemaligen belgischen Fortis Bank) sogar zeitweise um 9 %.

Nach Ansicht von Pascal Paepen, der für verschiedene flämische Medien das Börsengeschehen vom Finanzplatz London aus beobachtet, mag das befremdlich erscheinen: "Ein Schuldenerlass für Griechenland fügt den Banken in erster Linie Schmerzen zu, doch ein Konkurs Griechenland hätte weitaus schwerere Folgen mit sich gebracht.“

Dexia: Warten auf aktuelle Zahlen

Der Handel mit Dexia-Aktien ist am Donnerstag vorläufig ausgesetzt worden, denn man will zuerst eine Pressemitteilung der Verantwortlichen bezüglich der Reform des Finanzhauses abwarten.

Die Europäische Union verlangt im Zuge ihres Euro-Rettungsplans, dass die Banken ihr Kernkapital aufstocken, doch in den vorgelegten Zahlen für Dexia war mit der Sanierung der Bank noch nicht Rechnung getragen worden. Bis die Bank die aktuellen Zahlen veröffentlicht, bleibt der Handel vorerst ausgesetzt.