Staatsminister Willy De Clercq gestorben

Willy De Clerq, jahrelang Minister und Galionsfigur der flämischen Liberalen, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. De Clercq gehörte vier belgischen Regierungen an, bevor er Ende der 1970er Jahre in die Europapolitik zog. Er galt auch als politischer Ziehvater von Guy Verhofstadt.

Willy De Clercq war eigentlich Anwalt, doch schnell zog es ihn in die Politik, wo er bei den flämischen Liberalen (früher PVV, dann VLD und heute Open VLD) eine eindrucksvolle Karriere begann.

Er war in mehreren belgischen Regierungen Haushalts- und Finanzminister und später auch Vize-Premierminister. Doch Ende der 1970er Jahre zog es ihn in die Europapolitik.

De Clercq saß von 1979 bis 1981 und danach noch einmal zwischen 1989 und 2004 im Europaparlament. Von 1985 bis 1989 bekleidete er das Amt des EU-Kommissars für Auslandsbeziehungen und Handelspolitik. Im Jahr 1985 wurde Willy De Clercq zum belgischen Staatsminister ernannt. Damals und noch heute gilt De Clercq als politischer Ziehvater von Guy Verhofstadt – ehemaliger Vorsitzender der flämischen Liberalen und Ex-Premierminister. Verhofstadt hat von De Clercq offenbar auch dessen flammendes Engagement für die europäische Sache geerbt.

Als die flämischen Liberalen 2004 in eine schlimme interne Krise geraten waren, rief Willy De Clercq sei Mitglieder der damaligen VLD in einem emotionsgeladenen Appel dazu auf, die Ränge zu schließen und den teilweise umstrittenen Guy Verhofstadt in seinem Amt als belgischer Premierminister zu stützen.

Die letzten Jahre seines Lebens hatte Willy De Clercq mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Zuletzt lebte er in einem Pflegeheim. Er starb im Alter von 84 Jahren.