Uplace: Bald shoppen bis zum Umfallen

Die flämische Regierung hat jetzt eine Bauerlaubnis für das Umstrukturierungs-Projekt Uplace in Machelen gegeben. Das umstrittene Projekt, das auf dem früheren Gelände der Renault-Fabrik in Vilvoorde nördlich von Brüssel entstehen soll, ist von bislang noch nicht gekanntem Umfang in unserem Land. Es umfasst die Einrichtung von unzähligen Geschäften, Büros, Restaurants und sogar einem Hotel.

Das Unternehmen Uplace des Geschäftsmannes Bart Verhaeghe, der auch Vorsitzender des Club Brügge ist, hat versprochen, dass das Projekt 3.000 Arbeitsplätze schaffen werde. Uplace werde jedenfall keine gewöhnlichen Geschäfte anziehen, sondern Erlebnisgeschäfte. Damit meint er Händler, die man in den bislang bestehenden Einkaufszentren normalerweise nicht findet.

Die flämische Unternehmerorganisation Unizo ist gegen das Projekt. Nancy Van Espen von Unizo Flämisch-Brabant zufolge werde Uplace die gleichen Läden anziehen, die es jetzt auch schon gibt, nur in viel gößerem Umfang. Dies habe katastrophale Folgen für die umliegende Geschäftswelt, so Van Espen. Sie weist auf die leere Innenstadt von Sint-Niklaas nach der Einrichtung des Shoppingcenters Waasland hin.

Dem widerspricht Lorin Parys von Uplace. "Wir wollen eben nicht mehr dasselbe, sondern wir wollen differenzieren." Laut Parys fehlten derzeit nördlich von Brüssel 300.000 Quadratmeter Angebotsfläche. "Es will mir nicht in den Sinn, dass es in einem Land mit so vielen Regentagen, so wenig Angebot mit überdeckten Shoppingcentern gibt. Verbände wie Unizo vertragen die Schaffung von 3.000 zusätzlichen Jobs", so Parys. "Übrigens haben wir die Unterstützung von Unizo nicht nötig, wir haben einen demokratischen Prozess durchlaufen. Wir brauchen uns nicht gegenüber einer Organisation verteidigen, die eine Lobby repräsentiert."

Uplace hat noch keine Umwelterlaubnis

Unterdessen weisen Umweltorganisationen auf die katastrophalen Folgen für den Verkehr hin, falls das Projekt durchgezogen wird. "Schätzungen zufolge werden 25.000 Autos zusätzlich auf den Ring fahren. Selbst mit zusätzlichen Straßenbahnen und Buslinien wird das Problem nicht gelöst. In den Nachbargemeinden wird zusätzlicher Schleichverkehr entstehen und das wird sich negativ auf die Lebensqualität und die Verkehrssicherheit dieser Gemeinden auswirken", erklärt Eric Grietens vom Umweltverband Bond Beter Leefmilieu (BBL).

Sowohl BBL als auch Unizo wollen weitere gerichtliche Schritte unternehmen. Die nötige Umwelterlaubnis hat das Projekt nämlich noch nicht. Letzten Monat hatte die Provinz Flämisch-Brabant eine Umwelterlaubnis für das Projekt verweigert. Nach dem Nein von Flämisch-Brabant hat sich Uplace nun an die flämische Regierung gewandt. Die soll laut flämischer Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) einen Entschluss in Berufung fassen. Mit einem Entschluss hierzu wird Anfang 2012 gerechnet.