Electrabel will Klarheit bei Energiefragen

Electrabel will, dass die Unterhändler zur Bildung einer neuen Regierung schnell Klarheit über die Zukunft des Energiesektors schaffen. Am Freitag hatten sich die Unterhändler über den Atomzins, den Electrabel zahlen muss und über den Atomausstieg gebeugt. Besonders über Letzteres herrscht weiter Unklarheit und das bedauert Electrabel sehr.

Electrabel bedauert "den Anschein großer Verwirrung" über die Zukunft der Atomenergie in Belgien. Noch immer herrscht Undeutlichkeit über die Schließung der Atomkraftwerke ab 2015.

Der Energieproduzent will eindeutige Beschlüsse. Das hat Electrabel am Samstagabend in einer Mitteilung bekannt gemacht.

"Was Electrabel will, ist Klarheit und eine definitive Entscheidung. Es geht um eine wichtige Entscheidung, in die in den letzten Jahren 500 Millionen Euro investiert wurden und bei der wir bereit sind, eine Milliarde Euro zu investieren", betont die Sprecherin Lut Vande Velde. Sie weist darauf hin, dass wenn die Entscheidung fällt, die Atomkraftwerke zu schließen, Belgien ein größeres Importland werde. Das werde einen negativen Einfluss auf die CO2-Bilanz haben, aber auch auf die Stromproduktion. Steigt die Produktion nämlich, würden auch die Preise steigen, so Vande Velde.

Regierungsbildner Elio Di Rupo und die Vorsitzenden von PS, CD&V, MR, Open VLD, SP.A und CDH saßen am Freitag gemeinsam am Verhandlungstisch und haben unter anderem über solche Energiefragen diskutiert. Dabei ging es auch darüber, wie viel die Parteien vom Gewinn des Energieproduzenten aus abgeschriebenen Kraftwerken abschöpfen wollen. Zuvor war bereits über einen Betrag in Höhe von 750 Millionen Euro gesprochen worden. Auch in diesem Punkt herrscht noch Unklarheit.

Belgien ist eines der teuersten Länder für Strom. Die Gründe herfür sind unter anderem ein Mangel an Konkurrenz und höhere Tarife bei der Mehrwertsteuer und der Verteilung.

Am Sonnntagmittag tagen der Regierungsbildner Di Rupo und die Unterhändler weiter. Die Themen werden Staatsbetriebe, Subventionen für Unternehmen und gesellschaftiche Integration sein.