Electrabel schließt 2015 erstes Atomkraftwerk

Electrabel bereitet sich darauf vor, bis 2015 die ersten drei Reaktoren in unserem Land vom Netz zu nehmen. Eine Verlängerung der Laufzeit der Reaktoren um einige Jahre sei völlig unrealistisch, sagt der Stromproduzent.

Die Unterhändler für eine neue Regierung haben eine Einigung über die Zunkunft der Atomkraft in unserem Land erzielt. Sie wollen die ältesten Reaktoren in Belgien erst dann schließen, wenn genug Ersatzkapazität vorhanden ist.

Das bedeutet, dass Doel 1, Doel 2 und Tihange 1 nicht zwingend 2015 vom Netz genommen werden müssen, wie das im Gesetz aus dem Jahr 2003 über den Atomausstieg festgehalten ist, sondern dass sie möglicherweise länger offen bleiben können.

Electrabel zufolge gehe die Idee, die Atomkraftwerke einige Jahre länger am Netz zu lassen, an der industriellen Realität vorbei und sei darum völlig unrealistisch.

Electrabel weist darauf hin, dass bestimmte Teile eines Atomkraftwerks, zum Beispiel die Kontroll- und Koordinierungseinrichtungen spätestens nach vierzig Jahren ersetzt werden müssten. "Das erfordert enorme Investitionen, die sich nur rechtfertigen lassen, wenn die Laufzeiten der Kraftwerke ausreichend, also mindestens um zehn Jahre verlängert werden. Es kann deshalb keine Rede von einer Verlängerung um ein paar Monate oder Jahre sein", sagt  das Unternehmen.

Electrabel ist auch erstaunt über den Entschluss der Unterhändler. Dem Unternehmen zufolge widerspreche der Beschluss mehreren Studien, die die Regierung 2009 dazu getrieben habe, die Lebensdauer von Doel 1 und 2 und Tihange 1 um zehn Jahren zu verlängern. "Diese Verlängerung war eines der wichtigen Bestandteile des globalen Abkommens zwischen dem belgischen Staat und GDF SUEZ und ging mit einem jährlichen Beitrag zwischen 215 und 245 Millionen Euro zu Lasten des Atomsektors einher und zwar für die Jahre 2010 bis 2014", merkt Electrabel noch an.