"Papandreou wirft Brandbeschleuniger"

Die belgischen Tageszeitungen lassen am Vorhaben des griechischen Regierungschefs Papandreou, sein Volk über ein Referendum entscheiden zu lassen, ob man auf das europäische Rettungspaket eingehen soll oder nicht, (fast) kein gutes Wort.

Het Nieuwsblad bezeichnet das Vorhaben als tollkühn, wahnsinnig und unverantwortlich. De Morgen ist der Ansicht, dass Papandreou die Krise wieder zum Kochen bringt und sieht einen Premierminister, der ein bisschen pokert. Bei Gazet Van Antwerpen ist man der Ansicht, dass der griechische Regierungschef das Wohlwollen der Europäer missbraucht.

Das Wirtschaftsblatt De Tijd ist besorgt über die Folgen für Europa, wenn es zu dem Vorhaben kommen sollte: "Papandreou wirft eine Bombe mit Brandbeschleuniger, die ganz Europa und mit Sicherheit auch Belgien erreichen wird.“ La Libre Belgique titelt entsprechend: "Papandreou spielt mit dem Feuer".

Einige Tageszeitungen in Belgien sind zu dem der Meinung, dass eine Volksabstimmung im vorliegenden Fall so demokratisch, wie sie aussieht, gar nicht ist. Het Belang Van Limburg glaubt zum Beispiel, dass jetzt 10 Millionen Griechen dafür sorgen können, dass die Eurozone in ein Loch fällt. Het Laatste Nieuws sieht es so: „Papandreou ist demokratisch gewählt, um sein Volk zu vertreten. Er muss den Mut aufbringen, an dessen Stelle zu entscheiden.“

De Standaard sieht in der Geschichte eigentlich ein Versagen der Europäischen Union, wenn nur ein Mann alleine einen Teil dieser Welt in Gefahr bringen kann. Nur Le Soir hat keine großen Bedenken gegenüber der Volksabstimmung bei den Griechen. "Man kann nie genug Demokratie haben“, heißt es dort. Zudem werden Europa und seine Einheitswährung schon einen Weg aus dieser Krise finden.