Mega-Shopping-Center stößt auf Widerstand

Das am Viadukt von Vilvoorde geplante großflächige Shopping Center Uplace stößt auf gewichtige Gegner. Zwar erteilten die Behörden des belgischen Bundeslandes Flandern dem Projekt die Baugenehmigung, dennoch will unter anderem die Stadt Löwen dagegen vorgehen.

Uplace ist ein Projekt in einem in Flandern bisher ungesehenen Umfang. Das Einkaufszentrum ist ein Konversionsprojekt, bei dem auf den Geländen ehemaliger Industriebetriebe in Vilvoorde bei Brüssel (Provinz Flämisch-Brabant) Geschäfte, Restaurants, ein Theater und ein Hotel auf einer Gesamtfläche von 2100.000 m² entstehen sollen.

Doch schon kurz nach der Erteilung der Baugenehmigung durch die flämischen Behörden sammeln sich die Gegner dieses Megaprojekts, für das Bart Verhaeghe steht, ein flämischer Investor und Projektentwickler, der auch der neue starke Mann beim Fußballverein FC Brügge ist. So sprechen sich der Mittelstandverband Unizo, der Umweltbund BBL, die flämischen Grünen von Groen! und die Städte Vilvoorde und Löwen gegen dieses megalomane Vorhaben aus.

Brügges Bürgermeister Louis Tobback von den flämischen Sozialisten SP.A befürchtet, dass die Geschäftswelt in und um Löwen massiv an Kunden verliert. Die Selbständigen von Unizo haben für das gesamte Umland im Norden von Brüssel zwischen Vilvoorde und Löwen in Flämisch-Brabant ähnliche Befürchtungen. Studien zu diesem Projekt haben ergeben, dass sich Uplace negativ bis Mechelen und bis in die Provinzen Antwerpen und Limburg auswirken könnten.

8 Mio. Kunden pro Jahr…

Löwens Bürgermeister prüft derzeit, in wie fern man gegen die erteilte Baugenehmigung in Berufung gehen könnte: "Sie sprechen dort von 8 Millionen Kunden pro Jahr. Das bedeutet, dass in etwa jeder Belgier einmal im Jahr das Uplace besuchen wird. Irgendjemand wird diese Rechnung zu bezahlen haben. Weshalb soll man 4 km zusätzlichen Stau in Kauf nehmen, um zu einem permanenten Autosalon oder einer permanenten Wohnungsbaumesse wie Batibouw zu fahren, um damit gleichzeitig die Städte kaputt zu machen.“

Bürgermeister Tobback (Foto) versteht die flämische Landesregierung, die die Baugenehmigung dazu erteilte, nicht. Doch allzu große Sorgen scheint er sich nicht zu machen: "Herr Verhaeghe annulliert ständig seine eigenen Ausfertigungen beim Staatsrat. Schauen sie mal auf die aufeinander folgenden virtuellen neuen Stadien für Club Brügge. Hier hat er auch schon zum dritten Mal zugeschlagen. Ich mache mir noch keine großen Sorgen, dass Uplace 2015 stehen wird.“

Uplace mag über eine Baugenehmigung verfügen, eine Umweltverträglichkeits-Genehmigung steht noch aus. Die Provinz Flämisch-Brabant verweigerte erst im September eine solche Genehmigung. Jetzt heißt es, auf eine Berufungsentscheidung zu warten. Flanderns Landes-Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) will sich erst im Januar 2012 zu dem Projekt äußern.