Noch kein Urteil im Mayonnaise-Prozess

Über die Klage eines Gefängniswärters der Haftanstalt von Hasselt gegen einen Häftling, der aufgrund der Tatsache, dass er zu wenig Mayonnaise bei seiner Portion Fritten bekam, einen brutalen Angriff gestartet hatte, ist noch kein endgültiges Urteil gefallen.

Der zuständige Richter am Strafgericht von Hasselt hat einen Sachverständiger angestellt, der die Folgen der Verletzungen, die der Gefängniswärter dabei erlitt, zu untersuchen.

Die Fakten datieren von 25. Juli 2010, als sich ein 25jähriger Häftling, der bereits über eine prallgefüllte polizeiliche Akte verfügt, über das Gefängnisessen beschwerte. Er hatte seiner Ansicht nach, zu wenig Mayonnaise bei seiner Portion Fritten und untermalte seine Beschwerde mit einigen Schlägen gegen den Wärter.

Dieser musste aufgrund seiner Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden, blieb zwei Tage krank geschrieben und erstattete Anzeige. Vor Gericht sagte der Häftling am Dienstag aus, dass ihn der Wärter wegen seiner Hautfarbe beleidigt habe, doch davon wollte das Gericht nichts wissen, denn davon sei während der gesamten Ermittlungen bisher niemals die Rede gewesen, wie die regionale Tageszeitung Het Belang Van Limburg berichtete.

Der Wärter verlangt in seiner Klage einen moralischen Euro Schadensersatz und die Anstellung eines Sachverständigen, der seine erlittenen körperlichen Folgeschäden begutachtet. Dem entsprach der Richter und vertagte das Verfahren auf den 4. April 2012. Inzwischen wechselte der unzufriedene Häftling nach sechs Monaten Einzelhaft das Gefängnis.