Vier Nominierungen für "Der Junge mit dem Fahrrad"

Der belgische Film "Le Gamin au Vélo - Der Junge mit den Fahrrad" der Lütticher Dardenne-Brüder ist für den Europäischen Filmpreis, der Anfang Dezember in Berlin verliehen wird, nominiert. Der Streifen ist gleich für vier Kategorien aufgestellt.

"Le Gamin au Vélo“ von Jean-Pierre und Luc Dardenne, zwei international erfolgreiche Regisseure und immer gemeinsam arbeitende Brüder aus Lüttich, ist für vier Kategorien nominiert: bester Film, bestes Drehbuch, beste Regie und beste schauspielerische Darstellung. Die Belgierin Cécile de France spielt eine der beiden Hauptrollen.

Größter Konkurrent der belgischen Produktion ist mit Sicherheit der Streifen "Melancholia“ des umstrittenen dänischen Filmemachers Lars von Trier. In der Kategorie "Entdeckung des Jahres“ ist ein weiterer Film aus Belgien nominiert: "Adem - Atem“ von Hans Van Nuffel.

Dieser Film gilt mit acht Nominierungen als großer Favorit für den Europäischen Filmpreis. Dieser wird am 3. Dezember in Berlin vergeben.

Diese "europäischen Oscars“ werden von European Film Academy vergeben, die mit dem Ziel, die Filmkultur Europas zu fördern, mehr als 2.500 Filmschaffende zusammenbringt.

Kindheit mit den Augen der Dardennes

"Le Gamin au Vélo - Der Junge mit den Fahrrad“ hatte erst im Juni dieses Jahres den Jurypreis des Filmfestes von München gewonnen. Der Streifen der zweimaligen Gewinner der Goldenen Palme in Cannes erzählt die Geschichte der Kindheit von Cyril, der von seinem noch jungen Vater ins Heim abgeschoben wurde.

Cyril (Thomas Doret), von der Welt enttäuscht, nimmt sein Leben selbst in die Hand und glaubt als 11jähriger den Erwachsenen kein Wort mehr. Oft haut er aus dem Heim ab und wenn ihm sein Fahrrad gestohlen wird, holt er es sich mit großer Energie wieder zurück.

Doch dann trifft Cyril in seinem Überlebenskampf gegen Heim und Fahrraddiebe die Friseuse Samantha (Cécile de France), die ebenfalls alleine und mit großer Tatkraft ihr Leben meistert. Samantha könnte gut und gerne Cyrils Ersatzmutter sein. Die Gebrüder Dardenne beobachten in ihrem Film das Tun und Lassen der beiden "Filmhelden“ mit ihrer gewohnten Nüchternheit.