Unternehmerbericht regt Debatte um Lohnindex an

Die Löhne in unserem Land steigen stärker als in unseren Nachbarländern und deshalb will Minister Vincent Van Quickenborne von den flämischen Liberalen Open VLD eine Reform des Indexsystems. Beim Indexsystem werden die Löhne und Gehälter, wenn auch zeitverzögert, der Inflation automatisch angepasst. In der EU gibt es das außer in Belgien nur noch in Luxemburg. Van Quickenborne will die Löhne nun bremsen. Der Vorsitzende der flämischen Sozialisten, Bruno Tobback, will lieber die Preise mäßigen.

Unsere Löhne steigen schneller als in unseren Nachbarländern Niederlande, Frankreich und Deutschland. Das sagt ein Bericht des Zentralrates der Unternehmerwelt. Den flämischen Liberalen zufolge liege das daran, dass unser Land eine Lohnindexierung anwendet, das heißt, dass die Löhne mit der Zunahme der Lebenshaltungskosten mitsteigen. Das bremse die Schaffung von neuen Jobs.

Vincent Van Quickenborne (kleines Foto links) von der Open VLD meint, dass wenn unsere Löhne im Vergleich zu anderen Ländern zu stark steigen, Belgien, vor allem die Industrie, einen Konkurrenznachteil hätte. Eine Lohnmäßigung führe hingegen zu mehr Jobs. Man müsse deshalb auf eine Lohnmäßigung setzen.

„Dieser Index muss bleiben“, widerspricht Bruno Tobback (kleines Foto unten), der Vorsitzende der flämischen Sozialisten SP.A. Allerdings, führt er aus, müssten wir etwas gegen „die ausufernden Preise in unserem Land unternehmen, die auch schneller als in unseren Nachbarländern steigen und sogar noch schneller steigen als unsere Löhne. Dort liegt das eigentliche Problem."

"Halten Sie die Preise in Schach, dann will ich auch bei den Regierungsverhandlungen darüber debattieren und dann gibt es auch kein Problem mit der Lohnpolitik.“

Die Open-VLD will keine Abschaffung der Indexkoppelung, sondern eine Abänderung. Und das soll auf den Tisch bei den Regierungsverhandlungen gelegt werden. Für die SP.A, die keine Veränderung des Indexes in Belgien wünscht, sei das jedoch eine Diskussion, die man jetzt besser nicht führe.