Dehaene vor Flanderns Dexia-Ausschuss

Jean-Luc Dehaene, der Vorstandsvorsitzende der Dexia, musste sich in diesen Tagen für die Probleme bei der Bankengruppe vor verschiedenen Ausschüssen verantworten. Am Montag stand er dem parlamentarischen Dexia-Ausschuß Rede und Antwort und am Mittwoch wurde er von flämischen Landesparlament angehört.

Die flämischen Oppositionsparteien Groen! und LDD hatten eine öffentliche Sitzung zum Thema Dexia im flämischen Landesparlament gefordert, doch im Gegensatz zur Ausschusssitzung am Montag im Bundesparlament bleibt die Befragung Dehaenes hier hinter verschlossenen Türen.

Die Abgeordneten des flämischen Landesparlaments wollten von Ex-Premier Jean-Luc Dehaene (Foto) mehr Details über das erfahren, was bei Dexia und im Zuge dessen bei der Kommunalen Holding falsch gelaufen ist. Die Holding muss in Folge der Krise bei Dexia abgewickelt werden, was sowohl den Bund, als auch Länder und Kommunen einen Haufen Geld kosten wird. Alleine im belgischen Bundesland Flandern entstand dadurch ein Finanzloch von 265 Millionen €.

In einigen Wochen wird der Dexia-Vorstandsvorsitzende ein weiteres Mal vor den Landesausschuss geladen, um Auskünfte über weitere Details geben zu können.

Inzwischen wurde auch bekannt, dass die Dexia-Gruppe im vergangenen Quartal einen Rekordverlust von 6,3 Milliarden € eingefahren hat. Zudem hat der Kleinanleger-Verband Dolor angekündigt, beim Gerichtshof von Brüssel Klage gegen den Dexia-Vorstand einreichen wird. Nach Angaben von Dolor seien die Anleger getäuscht worden, denn der Vorstand der Bank habe den Markt manipuliert. Damit ist der Weg für juristische Ermittlungen gegen die Dexia frei.