Nie mehr vor der Schule Kampieren?

Das flämische Landesparlament hat einem Maßnahmenkatalog mit neuen Regeln zur Einschreibung von Schulkindern in den Schulen zugestimmt. In großen Städten müssen die Eltern ihre Kinder ab dem Schuljahr 2013-2014 via Internet einschreiben.

Damit soll dem Kampieren von Eltern vor Schultoren zu Beginn der Einschreibungen ein Ende bereitet werden. Jedes Jahr, wenn die Einschreibungen für das jeweils neue Schuljahr beginnen, machen Bilder von Eltern, die vor Schultoren kampieren, die Runde in den Medien.

Bisher sahen Eltern, die ihre Kinder in angesehenen Schulen in großen Städten wie Brüssel, Gent oder Antwerpen einschreiben wollten, keinen anderen Ausweg, als in den Tagen vor dem Einschreibedatum vor den Schulen zu übernachten, um als erste vor den Büros zu stehen.

Jetzt entschied die Mehrheit aus Christdemokraten (CD&V), Nationaldemokraten (N-VA und Sozialisten (SP.A) im flämischen Landesparlament über ein neues Anmeldesystem via Internet. Dadurch müssen die Eltern nicht mehr selbst in den Schulen vorstellig zu werden und brauchen nicht mehr vor Schulen zu campen, um einen Platz in den Klassen für ihre Kinder in ihrer Wunschschule zu finden.

Wer hat Anrecht auf einen Platz in der Klasse?

Der Maßnahmenkatalog sieht auch vor, dass die Geschwister von bereits in der gewünschten Schule eingeschriebenen Kindern und die Kinder des Personal des jeweiligen Instituts Vorrang erhalten. Doch es wird auch Rechnung mit dem sozialen Umfeld der Schule oder des Viertels, in dem das jeweilige Institut gefestigt ist, getragen. So werden auch in gewissem Maße Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien bevorzugt.

Es steht den Schulen allerdings frei, die neuen Richtlinien auch durch eigene Kriterien zu ergänzen. Dies könnte zum Beispiel den Abstand zwischen der Wohnung der Kinder und ihrer jeweiligen Schule oder die Entfernung zum Arbeitsplatz der Eltern betreffen, um das Bringen und das Abholen von der Schule zu erleichtern, bzw. um das alltägliche Verkehrschaos von Kurzparkern und "schnell Mal haltenden Eltern“ vor den Schultoren zu entschärfen.