Probleme durch Streik der Bahntechniker

Seit Mittwochabend, 22 Uhr, befinden sich die Mitarbeiter der Ausbesserungswerke der belgischen Bahn in einem 24 Stunden-Streik. Sie protestieren damit gegen einen drohenden Stellenabbau. Im Zugverkehr führte dies zu Verspätungen.

Die Direktion der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB sieht in ihren Reformplänen einen Abbau von bis zu 250 Arbeitsplätzen in den verschiedenen Ausbesserungswerken vor. Die Gewerkschaften befürchten ein Szenario, in dem weniger Personal mehr Lokomotiven und Waggons warten muss, denn die Bahn beschafft derzeit massiv neues Fahrzeugmaterial.

Der Streik in den Ausbesserungswerken sollte eigentlich nicht zu Problemen im Reiseverkehr führen, doch rund 40 Züge mussten ausfallen, da das erforderliche rollende Material nach einer Überprüfung durch die Techniker in Folge der Arbeitsniederlegungen nicht freigegeben wurde.

Zudem legten auch vereinzelt Zugschaffner und anderes Bahnpersonal spontan die Arbeit nieder, was zu Verspätungen und ebenfalls ausgefallenen Zügen führte.

Betroffen waren dadurch im Laufe des Donnerstags die Hauptachse Ostende-Brüssel-Lüttich-Eupen und Züge aus Richtung Brüssel nach Mons, Antwerpen und zum Nationalflughafen in Zaventem. Die Folgen des Streiks könnten noch bis in die Morgenstunden am Freitag, den 11. November zu spüren sein.

Regionalstreik bei De Lijn beigelegt

Inzwischen einigten sich Gewerkschaften und Direktion beim flämischen Nahverkehrsbetrieb De Lijn in der Provinz Flämisch-Brabant auf ein Ende des wilden Streiks, der am Mittwoch den Busverkehr im so genannten „Pajottenland“ im Westen von Brüssel lahmgelegt hatte. Dort war ein spontaner Streik ausgebrochen, nachdem ein Fahrgast in einem Disput über Wechselgeld einem Busfahrer Schläge ins Gesicht versetzt hatte.

Die Einigung sieht vor, dass von Busdepot Meerbeke aus abends nach 20 Uhr 30 kein Bus mehr ausfährt, der nicht über eine abgeschlossene Fahrerkabine verfügt. Mittelfristig sollen alle De Lijn-Busse der Depots Meerbeke und Dilbeek so ausgestattet werden. Zu guter Letzt ließ sich die De Lijn-Regionaldirektion Flämisch-Brabant davon überzeugen, bei der Staatsanwaltschaft Brüssel darauf zu drängen, nach solchen Vorfällen - Gewalt gegen Buschauffeure - intensiver zu ermitteln und die überführten Täter deutlicher zu bestrafen.