"Rauchen vor Kindern ist Misshandlung"

Gut und gerne 116.000 Kinder in Flandern sind täglich schädlichem Zigarettenrauch ausgesetzt, weil ihre Eltern in ihrer Anwesenheit rauchen. "Das muss aufhören", sagen der Vorsitzende Jean-Jacques Cassiman und der Chef der Präventionsabteilung der flämischen Liga gegen Krebs, Erwin De Clerck in der Zeitung De Standaard.

"Rauchen im Beisein von Kindern muss gesetzlich verboten werden. Das Gesetz darf kein Sanktionsmittel sein, sondern ein glaubwürdiges Signal, um die Gefahren des Rauchens im Beisein von Kindern zu unterstreichen", heißt es.

Für junge Kinder, die bei rauchenden Eltern aufwachsen, ist die Gefahr, dass sie einem Wiegentod erliegen, groß. Solche Kinder leiden auch häufig an Asthma, chronischer Bronchitis, Mittelohrentzündung und Hirnhautentzündung.

"Bedarf es noch mehr, um das Rauchen in Anwesenheit von Kindern als Misshandlung zu bezeichnen?", so die Liga gegen Krebs. Misshandlung sei strafbar. "Sollen wir deshalb Eltern, die vor ihren Kindern rauchen vor Gericht bringen? Das ist keine gute Idee. Wir müssen die Menschen vielmehr überzeugen, heißt es noch.

Die Liga gegen Krebs appelliert an die Gesellschaft, das Rauchen in Anwesenheit von Kindern nicht länger zu tolerieren. Die Regierung müsse jedoch auch mitmachen. "Natürlich wird zu Hause geraucht und dort gilt das Recht der Privatsphäre. Dieses Recht steht aber nicht über allem. Es muss dem Grundrecht auf Schutz der Gesundheit weichen",  argumentieren Cassiman und De Clerck.