Bahn kann nicht auf Krisen reagieren

Die belgische Bahngruppe NMBS und ihre drei Tochterfirmen, die NMBS, Infrabel und die Holding, sind nicht ausreichend auf Krisensituation vorbereitet. Das steht in einem Bericht des belgischen Verkehrsamtes zu den Problemen vom 27. Juni. Damals saßen tausende Menschen stundenlang auf Bahnhöfen oder in glühendheißen Zügen aufgrund von Problemen zwischen der Küste und Gent fest.

Die Zeitung De Standaard konnte einen Blick in den Bericht werfen. Die NMBS sagte damals, dass sie die Probleme nicht hätte vermeiden können. Dem Bericht zufolge habe die Bahngesellschaft das Chaos jedoch mit zu verantworten, so Maggie De Block von den flämischen Liberalen Open VLD.

"Der Bericht sagt, dass mehr hätte unternommen werden müssen." Zum Beispiel gebe es Sicherheitsmaßnahmen, bei denen man in diesem Zusammenhang flexibel hätte sein können. "Ein Zug muss zum Beispiel aus Sicherheitsgründen stundenlang still stehen und dann fällt die Klimaanlage in mehreren Abteilen aus und es darf aus Sicherheitsgründen keine Türe und kein Fenster geöffnet werden."

Die NMBS, Infrabel und die Holding wissen offenbar nicht, wie sie auf Zwischenfälle während eines geschäftigen Tages bei der Bahn reagieren sollen und wie sie sich aufeinander abstimmen können. In Krisenmomenten könnten sie deshalb auch nicht improvisieren. Die Folge sei, dass die Situation noch schlimmer werde und außer Kontrolle gerate, heißt es in der Zeitung De Standaard noch.

Außerdem sei auch die Kommunikation zwischen dem Bahnpersonal und den Hilfsdiensten katastrophal gewesen.

Das Verkehrsamt legt 76 Empfehlungen vor, um künftig solche Probleme zu vermeiden. Eine Empfehlung ist ein kürzerer Kommunikationsweg, so dass die Fahrgäste leichter informiert werden können.