Haussuchungen bei Danneels rechtswidrig

Die umstrittenen Hausdurchsuchungen letzes Jahr bei Kardinal Danneels und im Erzbistum in Mechelen sind für rechtswidrig erkärt worden. Die Anklagekammer in Brüssel hat das beschlossen. Damit sind auch die Ermittlungen in der so genannten "Operation Kelch" zum Missbrauch in der Kirche ungültig.

Die Folgen sind, dass alle Akten, die damals im Zuge der Hausdurchsuchungen bei Kardinal Danneels und im Erzbistum in Mechelen beschlagnahmt worden sind, ins bischöfliche Bistum zurückgebracht werden müssen. Sie dürfen nicht mehr für die Ermittlungen verwendet werden.

Am 24. Juni 2010 ließ der Untersuchungsrichter Wim De Troy im Rahmen der Operation Kelch die Hausdurchsuchungen  durchführen. Die Operation Kelch wurde wiederum vor dem Hintergrund der Ermittlungen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche und eventuelle Vertuschung der Vorfälle durchgeführt.

Am gleichen Tag durchsuchten Fahnder auch die Sankt-Romboutskathedrale in Mechelen, das Staatsarchiv in Brüssel und den Sitz der Adriaenssenskommission in Löwen, der damaligen kircheninternen Untersuchungskommission zu Missbrauch von Minderjährigen und Vertuschung.

Die Hausdurchsuchungen verursachten jede Menge Aufhebens, weil diese mit viel Aufwand durchgeführt wurden und in der Kathedrale sogar eine Gruft aufgebohrt wurde. Schließlich beschloss die Brüsseler Anklagekammer, dass die Hausdurchsuchungen bei der Adriaenssenskommission rechtswidrig gewesen seien.

Das gleiche gilt jetzt also auch für die Durchsuchungen am Sitz des Erzbistums und bei Kardinal Danneels. Die Begründung des Urteils der Brüsseler Justiz ist, dass die Hinweise unzureichend gewesen seien, um an diesen Orten Hausdurchsuchungen durchzuführen. Nur die Hausdurchsuchungen im Staatsarchiv und in der Sint-Romboutskathedrale bewahren also ihre Gültigkeit.

Die Anwälte der Opfer sind enttäuscht. Sie und die Staatsanwaltschaft können noch in Berufung gehen.