Jeden Tag jemand zu unrecht in U-Haft

Fast jeden Tag wird jemand frei gesprochen, der in Untersuchungshaft gesessen hat. Zwischen 2006 und 2010 sind 1.697 Menschen, die eine zeitlang in Untersuchungshaft gesessen haben, freigesprochen worden. Das sind jedes Jahr 324 bis 372. Die Zahlen stammen aus dem Kollegium des Oberstaatsanwalts. Die Zeitung De Tijd hatte Einblick in diese Statistik.

Die hunderte Menschen, die zu unrecht im Gefängnis landen, machen 3,5 Prozent all derer aus, die je in Untersuchungshaft saßen.

Vier von fünf Menschen, die zu unrecht im Gefängnis gesessen haben, haben länger als 5 Tage dort verbracht. Die Hälfte  verbrachte sogar länger als einen Monat hinter Gittern. Im Vergleich dazu sitzen heute jedoch stets weniger Unschuldige in Untersuchungshaft als noch vor mehreren Jahren.

Wer zu unrecht im Gefängnis gesessen hat, wird hierfür finanziell entschädigt. Letzte Woche war bereits bekannt geworden, dass der belgische Staat jedes Jahr eine halbe Millionen Euro an Menschen bezahlen muss, die zu unrecht in Untersuchungshaft saßen.

Knapp 91 Prozent der Menschen, die während eines Prozesses im Gefängnis sind, werden letztlich auch zu einer Gefängnisstrafe verurteilt. Rund 42 Prozent unter ihnen bekam allerdings eine Gefängnisstrafe auf Bewährung. Diese Menschen müssen also nur ins Gefängnis, wenn sie erneut straffällig werden.

Der restliche Anteil sind Menschen, die zwar für schuldig befunden worden sind, aber über die der Richter kein Urteil gesprochen hat. In diesen Fällen handelte es sich um eine Aussetzung des Urteils.