Armee: Junge belgische Türken in Sorge

Viele junge Türken in Belgien sind besorgt über die Ankündigung der türkischen Regierung, die Auslösesumme für den Militärdienst für im Ausland lebende Landsleute zu verdoppeln. Vor den Konsulaten und vor der Botschaft der Türkei in Belgien drängten sich junge Männer, die sich noch für 5.000 € vom Militärdienst freikaufen wollen.

Türken, die im Ausland leben, müssen lediglich 21 Tage lang Militärdienst für ihr Heimatland leisten, wenn sie dafür dem Staat 5.000 € zahlen. Ansonsten dauert der Dienst an der Waffe 12 bis 18 Monate. Doch diese Auslösesumme wird jetzt durch den türkischen Staat verdoppelt und wird demnach bald 10.000 € kosten.

Diesen Schritt beobachten viele Türken in Belgien mit großer Sorge, denn sie wollen als stolze Bürger ihres Landes nicht auf ihre türkische Staatsangehörigkeit verzichten, auch wenn sie die doppelte Nationalität haben.

Nicht wenige Türken in Belgien sind längst auch Belgier und zudem gut in die Gesellschaft integriert.

Der aus der Türkei stammende flämische Sozialist Selahattin Koçak (SP.A) sprach bereits von einer Art Massenhysterie, denn die Warteschlangen vor der Botschaft in Brüssel und den Konsulaten im Rest des Landes sind sehr lang (Foto oben). Viele junge belgische Türken wollen sich noch zum alten Preis freikaufen. Die bisherige Regelung sieht vor, dass sie diese Summe in bis zu vier Raten abstottern können.

Türkische Belgier müssen in ihrer Heimat mindestens den kurzen Armeedienst leisten. Andernfalls gelten sie dort als Deserteure. Wenn jemand von ihnen bei einem Besuch in der Heimat erwischt wird, drohen ihm empfindliche Geldstrafen und eine sofortige Zwangsverpflichtung zur Armee.