Ein deutschsprachiger Minister in Brüssel?

Am Sonntagabend sollen die Ministerämter für die neue belgische Bundesregierung verteilt werden, doch schon jetzt herrscht Streit darüber, wie viele frankophone und wie viele flämische Minister ein Amt übernehmen sollen. Ein deutschsprachiger Belgier könnte Probleme umgehen helfen.

Zwischen Flamen und Frankophonen knirscht es mal wieder. Diesmal geht es um die paritätische Aufteilung der Zahl der jeweils zuerkannten Ministerposten. Artikel 99 des belgischen Gesetzbuches schreibt vor, dass eine Bundesregierung maximal 15 Ministerämter haben darf. Das könnte also folgendermaßen aussehen: Premierminister + 7 frankophone Minister + 7 flämische Minister = 15 Ämter.

In Flandern denken allerdings einige Parteien, dass der frankophone Premierminister Elio Di Rupo (PS) in die 7 frankophonen Ämter mit einberechnet werden muss, denn die Flamen sind zahlreicher in Belgien als die Wallonen und die frankophonen Brüsseler. Das sehen die Frankophonen allerdings einstimmig anders. Ihrer Ansicht nach steht der Premierminister über den Dingen und darf nicht mitgerechnet werden. Das war in den vergangenen 30 Jahren, als die Flamen den Premier stellten, traditionell immer so…

Die frankophone Tageszeitung Le Soir hat die Lösung, denn sie will in der politischen Welt in der belgischen Hauptstadt Brüssel Gerüchte gehört haben, nach denen die Benennung eines Politikers aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens die ideale Lösung sein könnte. Hier fällt unter anderem wohl regelmäßig der Name des heutigen Ministerpräsidenten der DG, Karl-Heinz Lambertz (SP). Demnach würde gelten: Premierminister + 7 frankophone Minister + 7 flämische Minister + 1 deutschsprachiger Minister = Premier + 15 Minister. Auf Papier, so Le Soir, sei das möglich…