Haushalt 2012: Sparpläne vs. Umwelt

Der Sparhaushalt 2012 sieht die Streichung von Maßnahmen vor, mit denen bisher umweltfreundliche und nachhaltige Bereiche bezuschusst wurden. Betroffen sind die steuerliche Absetzbarkeit von CO2-freundlichen Autos und von Energiemaßnahmen beim Hausbau.

Bisher konnten die belgischen Häuslebauer bis zu 40 % ihrer Unkosten von der Steuer abziehen, die sie aufwendeten, um energiesparende Materialien bei Renovierungen oder Neubauten anzuschaffen. Dabei ging es um Solaranlagen (Foto oben) zur Stromgewinnung oder um zusätzliche Isolierungen von Wohnungen und Gebäuden durch Doppel- oder Spezialverglasung, aber auch um umweltfreundliche oder schadstoffarme Heizungen.

Doch diese steuerlichen Absetzbarkeiten werden von staatlicher Seite her ab nächstes Jahr gestrichen. Beim Baufach und bei den Verbrauchern herrscht derzeit Unsicherheit und viele Menschen informieren sich, ob sie nicht noch rasch von Steuerbegünstigungen profitieren können. Die Bauföderation, die in den letzten Jahren an den Energiesparprogrammen durch den Staat recht gut verdiente, spricht von einem Drama und läutet die Alarmglocken.

Flanderns Landesministerin für Energiefragen, Freya Van den Bossche (SP.A - Foto), reagierte auf die föderalen Vorhaben und will dafür sorgen, dass das belgische Bundesland einiges von den gestrichenen staatlichen Maßnahmen auf Landesebene auffangen kann. Doch, so die Ministerin: "Auch die Mittel der flämischen Regierung sind beschränkt. Leider wächst das Geld nicht auf den Bäumen.“ Aber, Van den Bossche will in dieser Angelegenheit schnell für Klarheit sorgen.

Prämien für Öko-Autos verschwinden

Besorgt ist auch der Automobilsektor in Belgien ist besorgt, denn die Sparpläne der zukünftigen Bundesregierung sehen auch vor, den so genannten Öko-Bonus für umweltfreundliche und schadstoffarme Neuwagen beim Ankauf zu streichen. Die Streichung aller Steuervorteile für "grüne“ Autos wird schnell beginnen, denn schon die noch im Amt befindliche geschäftsführende Regierung um Premier Yves Leterme (CD&V) wird die Pläne umsetzen - noch vor dem nächsten Brüsseler Autosalon im  Januar 2012.

Für Philippe Pirson vom belgischen Automobilverband Federauto bedeutet die Streichung der Vorteile für kleine und CO2-arme Wagen ein schwerer finanzieller Aderlass: "Nicht nur für unseren Sektor ist dies eine Katastrophe, sondern auch für die Verbraucher. Ein zweites Problem ist, dass viele solcher Wagen bereits bestellt sind, aber erst nächstes Jahr ausgeliefert werden. Bisher gibt es noch keine Klarheit dazu, ob die Kunden die Rabatte noch erhalten oder nicht. Auch das ist für alle Beteiligten eine schlechte Sache.“

Derzeit sieht es für potentielle Autokäufer so aus, dass man von den Kürzungen und Zuschüssen profitieren kann, wenn man seinen Neuwagen noch dieses Jahr - vor dem Stichtag 28. November (der Tag, an dem der entsprechende Beschluss gefallen war) - bestellt und bis Ende Dezember bezahlt hat. Dabei müssen allerdings noch die Vertragshändler mitspielen, denn an markeneigenen Krediten für eine Neuwagenfinanzierung verdienen diese mit…