Studie: Große Armut unter Einwanderern

Viele Menschen mit ausländischen Wurzeln haben in Belgien mit Armut zu kämpfen. Ausländer geraten viel schneller in die Armutsspirale, als die Belgier selbst, wie das Jahrbuch 2011 zum Thema Armut belegt. Die Autoren des Jahrbuchs nennen die Problematik höchst besorgniserregend.

Das Forschungsinstitut Oases stellte bei seiner aktuellen Armutsstudie im Auftrag der Universität Antwerpen fest, dass 2009 etwa 12 % aller Belgier unter dem Existenzminimum lebte. Bei in Belgien lebenden Einwanderern aus Südeuropa lag diese Zahl bei 22 % und bei Türken und Osteuropäern jeweils bei 36 %. Dramatisch hoch liegen die Zahlen bei Marokkanern und anderen Einwanderern aus dem nordafrikanischen Maghreb. Hier gelten mehr als die Hälfte, genau 54 %, als arm.

Wichtigster Grund für diesen Umstand ist die Tatsache, dass der Weg über die Bereiche Schule, Ausbildung und Arbeit bei den meisten Einwanderern nicht funktioniert. Viele Einwandererkinder verlassen die Schule ohne Abschluss oder beenden Lehre und Berufsschule nicht, weil ihnen die Förderung von Seiten ihrer Eltern fehlt.

Zudem haben auch gut ausgebildete Einwanderer nur wenig Chancen auf besser dotierte Arbeitsplätze, denn der Arbeitsmarkt hält sich in diesem Bereich teilweise diskriminierend zurück, Sprachprobleme sind ein Hindernis (auch und vor allem bei neu eingewanderten Personen) und an der mangelnden Anerkennung ausländischer Diplome, Ausbildungen und Abschlüsse scheitern ebenfalls viele Anstellungen.