Über 51.000 Demonstranten in Brüssel

Schätzungen der Polizei zufolge haben am Freitag über 51.000 Menschen in Brüssel gegen die Sparpläne der künftigen Regierung Di Rupo demonstriert. Die Polizei hat bei der Demo 4 Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen. Das bestätigt Ilse Van De Keere von der Brüsseler Polizei. Ein Journalist von Télé Bruxelles, ist von einem der Demonstranten angegriffen worden. Das hat der Regionalsender in einer Mitteilung bekannt gegeben.

Gegen 13.30 Uhr waren in der Hauptstadt am Freitag die Tunnel des kleinen Rings (Leopold II, Rogier, Kruidtuin und Madou) wieder in beiden Richtungen offen. Auch die Nord-Südachse  war gegen 14 Uhr wieder frei für den Verkehr zwischen dem kleinen Ring und dem  Platz De Brouckère. Die Gegend um den Südbahnhof war am Nachmittag noch mit zahlreichen Demonstranten bevölkert. 

Einige Demonstranten bewarfen den Sitz der flämischen liberalen Partei Open VLD mit Eiern. Vier Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Zwei von ihnen sollen mit Knallfröschen geworfen und damit zwei Menschen verletzt haben. Zwei andere sollen nach der Demo einen Journalisten mit einem Stock angegriffen haben. "Was genau passiert ist, wissen wir nicht, aber die beiden sollen den Mann mit dem Stock auf das Auge geschlagen haben. Der Journalist wurde ins Krankenhaus gebracht."

Es handelt sich um einen Mitarbeiter von Télé Bruxelles, David Courier. Er wurde an den Augenbrauen verletzt und erlitt eine leichte Gehirnerschütterung, so der regionale Fernsehsender.

Gewerkschaften wollen Antwort auf ihren Protest

Die Gewerkschaften wollen, dass die neue Regierung eine Antwort auf das "starke" Signal gibt, das am heutigen Freitag mit der Demo gesetzt worden sei. Das haben die Gewerkschaften bei einem Treffen mit  dem Regierungsbildner und künftigen Premier Elio Di Rupo gesagt.

Der Vorsitzende der sozialistischen Gewerkschaft ABVV, Rudy De Leeuw, warnte davor, dass der soziale Frieden gestört werden könnte. Er hält die Situation nicht gerade für ermutigend: "Auf dem Tisch liegt ein Regierungsabkommen. Viel Spielraum beinhaltet das nicht. Daran sind jede Menge liberale Dogmen gebunden", so der  ABVV-Vorsitzende. Harte Kriegserklärungen wurden jedoch nicht gemacht.