Antwerpen Hafen: Kein Steinkohlekraftwerk

Im Antwerpener Hafen wird dann doch kein Steinkohlekraftwerk gebaut. Die flämische Umweltministerin Joke Schauvliege hat dem Vorhaben des deutschen Energieriesen E.ON keine Umweltlizenz erteilt. Als Grund nannte sie die schlechte Luftqualität im Hafengebiet.

Geplant war ein Kraftwerk mit einer Leistung von 1.100 Megawatt. Das wären acht Prozent des belgischen Strombedarfs gewesen.

E.ON hatte schon im Mai 2010 eine Umweltlizenz bei der Provinz Antwerpen beantragt: Ohne Erfolg. Der Antrag wurde mit der Begründung abgelehnt, die Anlage stoße jährlich über 6 Millionen Tonnen CO2 aus, genau so viel wie 3 Millionen Autos.

Daraufhin ging E.ON bei Umweltministerin Schauvliege in Revision, aber die bestätigte nun die Entscheidung der Antwerpener Behörde. Sie begründete dies mit der schon jetzt sehr hohen Schadstoffbelastung der Luft im Großraum Antwerpen und insbesondere im Antwerpener Hafen.

E.ON hat die Entscheidung mit Überraschung zur Kenntnis genommen, so Sprecher Tom De Bruyckere. „Die uns zur Verfügung stehenden Informationen reichen für eine gründliche Analyse noch nicht aus. Wir wollen uns erst mit der Argumentation auseinandersetzen, bevor wir eine Entscheidung darüber treffen, welche Schritte wir jetzt unternehmen.“.

Umweltverbände reagierten zufrieden. „Wir sind sehr erfreut darüber, dass die Ministerin sich dem Druck des Energieriesen E.ON nicht gebeugt hat. In Zeiten der Erderwärmung ist dies die richtige Entscheidung“, heißt es in einer Stellungnahme des Verbands für eine bessere Umwelt (Bond Beter Leefmilieu).