Immer weniger Wald in Flandern

Letztes Jahr wurden in Flandern 232 Hektar Wald gerodet. Das ist eine Oberfläche von ungefähr 500 Fußballfeldern. Die Vereinigung für Wald in Flandern hat das bei ihren jährlichen Messungen errechnet.

Gleichzeitig werden kaum neue Wälder angelegt. So wurden zum Beispiel nur 168 Hektar aufgeforstet und 21 Hektar Waldfläche erweitert.

Das erwünschte Ziel von 10.000 Hektar zusätzlichem Wald bis 2012 könne folglich nicht mehr erreicht werden, sagt Bert de Sommeville in unserem VRT-Radio: "Um die Zielsetzung von 10.000 Hektar zu erreichen, müssen wir mindestens 20 bis 30 Millionen Bäume zusätzlich pflanzen. Die Deadline stand im Strukturplan von Flandern. Sie endete eigentlich schon 2007 und wurde auf 2012 verschoben, weil das Ziel schon damals nicht erreicht worden war. Schon jetzt steht fest, dass wir erneut weit von unserem Ziel entfernt sein werden."

Die flämische Situation steht übrigens in Kontrast zur europäischen. In Europa kamen in den letzten zwanzig Jahren knapp 2,5 Millionen Hektar Wald hinzu.

Eineinhalb Hektar Wald illegal in Oudenaare aufgeforstet

Da immer noch mehr Bäume in Flandern gerodet  als angepflanzt werden, haben 80 Aktivisten in der Nacht von Montag auf Dienstag eineinhalb Hektar Wald illegal in Oudenaarde angelegt. Die Vereinigung für Wald in Flandern (VBV) führte kurz vor der Bekanntgabe ihrer jährlichen Messungen eine  "YES, WE CAN-Waldaufforstungsaktion" durch.

Der neue Wald ist etwa 1,5 Hektar groß und steht entlang der Schelde, zwischen der Innenstadt von Oudenaarde und  dem Dorfinneren von Ename und Eine. Achtzig ehrenamtliche Mitglieder lokaler Verbände und der VBV haben einen gemischten Laubwald mit einheimischen Baum und Sträucherarten angepflanzt.

Mit der "YES, WE CAN-Aktion" pflanzt die VBV Wälder auf Grund und Boden an, der dem Staat gehört. "Es ist Grund, der schon seit Jahren ungenutzt ist und der ruhig genutzt werden kann, um dort Wald anzulegen. Die Ausrede unserer Politiker, dass kein Grund und Boden für neue Wälder zu finden sei, ist nach 15 Jahren also sehr mager geworden. Diese Aktion beweist, dass der Staat noch jede Menge Grund hat, der bewaldet werden kann."