Unruhen im Brüsseler Matongé-Viertel

Die Wogen der Wahlen in der ehemaligen belgischen Kolonie Kongo sind auch in Brüssel zu spüren. Bei einer Kundgebung für den oppositionellen Präsidentschafts-Kandidaten Etienne Tshisekedi kam es im so genannten Matongé-Viertel zu Ausschreitungen.

Am Dienstagabend kam es im Brüsseler Matongé-Viertel Elsene erneut zu Ausschreitungen durch Gegner des amtierenden kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila. Dabei zogen Anhänger des Oppositionskandidaten Etienne Tshisekedi in einer nichtgenehmigten Demonstration randalierend durch die Straßen.

Wie bereits am Tag zuvor kam es dabei zu hohem Sachschaden. Schaufensterscheiben gingen zu Bruch, Autos und Mülleimer gingen in Flammen auf.

Die Polizei musste mit Tränengas und Wasserwerfern anrücken. Rund 200 Personen wurden in Polizeigewahrsam genommen. Später am Abend beruhigte sich die Lage wieder.

In Kinshasa, der Hauptstadt der Demokratischen Republik Kongo, ist unterdessen die Verkündung des Endergebnisses der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen um einige verschoben worden. Die Wahlkommission will das Ergebnis am erst Donnerstag bekannt geben.

Beobachter gehen davon aus, dass es im Kongo danach zu Unruhen kommen kann. Ob es in Brüssel dann auch wieder zu Ausschreitungen kommt, bleibt abzuwarten. Die Tshisekedi-Anhänger werfen den belgischen Staat vor, sie gegen das Kabila-Regime im Stich zu lassen.